Der Friedrichshafener Autozulieferer ZF verzeichnet in seiner Halbjahresbilanz einen Gewinn von rund 122 Millionen Euro. Erstmals seit zwei Jahren kehrt der sich in einer Krise befindende Konzern vom Bodensee damit in die Gewinnzone zurück. Im Vorjahreszeitraum hatte ZF noch einen Verlust in Höhe von 195 Millionen Euro gemacht.
ZF habe profitabler gewirtschaftet und sei bei Investitionen "diszipliniert" vorgegangen, hieß es. "Der Weg bleibt anspruchsvoll, doch jeder Schritt baut Altlasten ab und erweitert unseren Handlungsspielraum", so der Vorstandsvorsitzende Mathias Miedreich.
Autozulieferer ZF hat weiter hohen Schuldenberg
Der Umsatz ging im ersten Halbjahr leicht um 4 Millionen auf 19,3 Milliarden Euro zurück. ZF belastet vor allem aber ein hoher Schuldenberg: Er liegt weiter bei fast 10 Milliarden Euro. Große Chancen für die Zukunft sieht der Konzern bei KI-Entwicklungen. Zum Beispiel durch Komponenten, die Autos vorausschauend fahren lassen. E-Autos sollen so etwa deutlich weniger Energie verbrauchen. ZF setzt aber auch in der Entwicklung auf Künstliche Intelligenz. Dort könne durch deren Einsatz um bis zu 30 Prozent effektiver gearbeitet werden, hieß es.
Stellenabbau bei ZF geht weiter
ZF beschäftigt weltweit fast 150.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Um Kosten zu sparen, will der Konzern aber weiter Stellen abbauen - und zwar zwischen 11.000 und 14.000. Man biete den Mitarbeitenden dafür ein freiwilliges Abfindungsprogramm an und unterstütze sie bei der Jobsuche, sagte Finanzvorstand Michael Frick. Allein im ersten Halbjahr 2026 sank die Mitarbeiterzahl in Deutschland um rund 2.000 Beschäftigte.