Der Hobbyschäfer Thomas Schnell aus Ebenweiler (Kreis Ravensburg) hat eine Lösung gesucht und gefunden, wie er mit seiner Schafswolle umgehen soll: Er macht Dünger-Pellets daraus für Pflanzen. Zuerst hatte die "Schwäbische Zeitung" darüber berichtet.
Thomas Schnell hat eine Herde von rund 20 Tieren und da fällt nach dem Scheren jede Menge Schafswolle an. Doch weil er keine klassischen Wollschafe hat, sondern eine Rasse, die für die Landschaftspflege eingesetzt und wegen ihres Fleisches gehalten hat, hatte er lange Schwierigkeiten, seine Wolle loszuwerden.
Wolle wird zu Pellets gepresst
Seine Idee: die Wolle zum Düngen verwenden. "Schon meine Oma hat das früher so gemacht", so Thomas Schnell. "Doch das war nicht so einfach, weil man die Wolle erst auseinanderziehen und in den Boden einarbeiten musste." Er wollte eine bessere Lösung und hat die in Pellets gefunden.
Zuerst wird die Wolle in kleine Faserstückchen aufgetrennt und diese dann in die Pelletiermaschine gegeben. Das lässt Thomas Schnell machen. "Danach muss man die Pellets noch kurz trocknen lassen und dann sind sie fertig zum Einsatz", so Schnell.
Tomaten, Gurken, Blumen - vielfältige Einsatzmöglichkeiten für den Dünger
Die Anwendung ist durch die Pellets recht einfach. "Man nimmt nur eine Handvoll, etwa 20 Gramm, und gibt die in ein Pflanzloch rein und setzt dann den Setzling mit den Wurzeln darauf", erklärt Hobbyschäfer Schnell. Dadurch könne der Dünger direkt an der Pflanze wirken.
Ein weiterer Vorteil: Die Pellets wirken auch wie ein Wasserspeicher. Denn sie nehmen Wasser auf und geben das später wieder ab. Dadurch müssen Gartenfreunde weniger gießen. Die Einsatzmöglichkeiten sind groß, ob Gemüse oder Blumen, alle Pflanzen profitieren.
Ich habe besonders gute Erfahrungen gemacht mit Tomaten und Gurken. Aber auch bei Blumen wirkt der Dünger toll.
Natürlicher Kreislauf ist Schäfer wichtig
Den Dünger verkauft der Hobbyschäfer über einen örtlichen Baumarkt, Hofläden und über Bestellungen über seine Internetseite. Einen Webshop hat er nicht, nimmt aber Bestellungen per E-Mail an.
"Mir war es wichtig, den natürlichen Kreislauf beizubehalten", so Schnell. "Dass man diesen wertvollen Rohstoff Wolle nicht wegwerfen muss, sondern wieder in die Natur zurückgibt."