Großeinsatz für die Räum- und Streudienste in Oberschwaben und am Bodensee am Mittwochmorgen: Ortsweise hatte sich sogenannter Industrieschnee gebildet - zum Beispiel in Friedrichshafen und Biberach. Er entsteht, wenn Rußpartikel in der Luft Feuchtigkeit annehmen. In der Kälte fällt das dann wie Kunstschnee zu Boden.
Was ist Industrieschnee überhaupt?
Der Industrieschnee wird durch Rußpartikel sowie Aerosole vom Verkehr und der Industrie produziert. Sobald die entsprechende Feuchtigkeit vorhanden sei, lagere sich die Feuchtigkeit an sogenannten Kondensationskernen ab und es schneie aus heiterem Himmel, sagte Roland Roth von der Wetterwarte Süd in Bad Schussenried dem SWR.
Es flöckelt dann aus heiterem Himmel, keine Wolke, vielleicht Nebel, vielleicht aber auch blauer Himmel.
Was sind die Voraussetzungen für das außergewöhnliche Phänomen?
Viel Feuchtigkeit, tiefe Temperaturen und damit frostiges Wetter sind entscheidend für Industrieschnee, so Roth. Derzeit herrsche in der Region eine hohe Luftfeuchtigkeit, nahe 100 Prozent, diese werde besonders in den Nebelgebieten erreicht. Dazu kämen die Aerosole und die Rußpartikel. Diese seien allerdings in den letzten 20 bis 30 Jahren deutlich weniger geworden.
Industrieschnee ist nichts anderes als Kunstschnee, der in den Wintersportgebieten produziert wird.
Wird das Phänomen die kommenden Tage häufiger auftreten?
Industrieschnee werde nicht jeden Tag auftreten, sagte Roland Roth. Es handle sich um Phänomene, die nur kurz auftreten. In den kommenden Tagen wird sich das Wetter nach Angaben des Experten allmählich umstellen. In der Region Bodensee-Oberschwaben werde es immer weniger Nebel geben und dafür kämen Wolken von Westen.