Der kalte Jahresanfang könnte gute Voraussetzungen für die Umwälzung des Bodensees geschaffen haben. Die Kältephase und die ungewöhnlich hohe Temperatur des Tiefenwassers von 5,7 Grad begünstigen die Durchmischung des Sees, heißt es vom Institut für Seenforschung in Langenargen (Bodenseekreis).
Zum Jahresanfang hatte es Dauerfrost am Bodensee gegeben. Ufernahe Bereiche von Ober- und Untersee des Bodensees waren zugefroren. Viele nutzten so die Gelegenheit und fuhren auf dem Gnadensee zwischen Allensbach und Reichenau Schlittschuh.
Lebewesen am Seegrund auf Sauerstoff angewiesen
Laut dem Institut für Seenforschung sind für die Umwälzung des Bodensees allerdings auch die nächsten Wochen entscheidend. Derzeit hätten sich die Wasserschichten noch nicht bis in die Tiefe vermischt.
Durch die Umwälzung gelangt sauerstoffreicheres Wasser auch in untere Schichten des Bodensees. Das fördert die Wasserqualität und ist für die Lebewesen dort wichtig. Fischeier am Seegrund benötigen Sauerstoff für ihre Entwicklung. Auch Mikroorganismen sind darauf angewiesen. Sie sorgen unter anderem dafür, dass abgestorbene Pflanzen und Tiere abgebaut werden.
Klimawandel: Umwälzung des Bodensees deutlich seltener
War die Durchmischung des Bodensees vor einigen Jahrzehnten noch die Regel, gilt sie durch den Klimawandel mittlerweile eher als Ausnahme. Zuletzt fand sie vor acht Jahren statt. Laut der Internationalen Gewässerschutzkommission kann der Bodensee durch seinen heutigen naturnahen Zustand dies allerdings besser ausgleichen.