Künstliche Intelligenz protokolliert im Gemeinderat

Kann die KI Dialekt? Gemeinde am Bodensee startet Testlauf

Künstliche Intelligenz soll künftig die Gespräche im Gemeinderat in Immenstaad am Bodensee protokollieren. Aber wie zuverlässig ist die Software?

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Von Autor/in Jan Niklas Bauscher

Künstliche Intelligenz (KI) als Helfer in der Verwaltung - in Immenstaad am Bodensee (Bodenseekreis) ist das zumindest vorläufig Realität. Der Gemeinderat hat beschlossen, testweise eine KI-Software einzusetzen. Das Programm soll künftig die Gemeinderatssitzungen automatisiert protokollieren.

Testphase für KI hat begonnen

Der Gemeinderat entschied einstimmig, die Sitzungen vorläufig mithilfe der KI-gestützten Software "SpeechMind" zu protokollieren. Das Programm kam in der jüngsten Sitzung bereits unmittelbar nach der Abstimmung zum Einsatz. Auch in der nächsten Gemeinderatssitzung wird es wieder verwendet.

Die KI werde über diese beiden Sitzungen hinweg sorgfältig geprüft, berichtete Anna-Nada Kaiser, Leiterin des Hauptamts der Gemeinde Immenstaad, dem SWR. In dieser Testphase wolle man vor allem herausfinden, wie akkurat die generierten Mitschriften der Software sind. Schwierig könne es vor allem bei Dialekten werden, heißt es von der Gemeinde.

Die Gesprächsprotokolle der Gemeinderatssitzungen liegen zunächst als Tonaufnahmen vor. Bislang wurden sie anschließend manuell von einem Mitarbeiter oder einer Mitarbeiterin verschriftlicht. Dieser Prozess soll jetzt automatisiert werden. Aber auch die KI-generierten Mitschriften werden nachträglich kontrolliert.

Dauerhafter Einsatz von KI für Gemeinde denkbar

Wenn die KI innerhalb der Testphase überzeugt, stimmt der Gemeinderat erneut darüber ab, ob Immenstaad die Software kaufen und dauerhaft einsetzen soll. Eine solche Abstimmung könnte dann im Juli stattfinden, so Anna-Nada Kaiser.

Die Gemeinde Immenstaad sieht im Einsatz von KI große Vorteile. Die Protokolle wie bisher manuell zu erstellen, sei äußerst aufwendig und erfordere viel Zeit und Konzentration. KI könne diesen Arbeitsprozess erheblich vereinfachen.

Die KI ist einfach deutlich effizienter. So kann Arbeitskraft und auch viel Zeit gespart werden.

Andere Orte in Baden-Württemberg als Vorbilder

Zunächst müsse aber gewährleistet werden, dass die Software auch fehlerfrei in der Praxis angewendet werden kann. Diese Anforderung erfülle das KI-Programm "SpeechMind", heißt es von der Gemeinde Immenstaad. Die Software habe sich bereits auf kommunaler Ebene bewährt. Mittlerweile werde sie in mehr als 200 Städten, Gemeinden und Landkreisen erfolgreich eingesetzt.

Auch in Baden-Württemberg kommt KI in Gemeinderäten zum Einsatz - etwa in den Städten Wertheim (Main-Tauber-Kreis), Geislingen an der Steige (Kreis Göppingen) und Heidelberg. Am Bodensee nutzt die Gemeinde Rielasingen-Worblingen (Kreis Konstanz) Künstliche Intelligenz bei der Protokollierung von Gemeinderatssitzungen.

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Jan Niklas Bauscher
SWR-Redakteur Jan Niklas Bauscher Autor Bild

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