Verdacht auf Kinderpornografie und Missbrauch

Mann soll Nachbarskinder jahrelang sexuell missbraucht haben - Hinweise aus den USA

Das Cybercrime-Zentrum Baden-Württemberg hat wegen sexuellen Missbrauchs in 69 Fällen Anklage gegen einen Mann erhoben. Auf seine Spur kamen die Ermittler durch internationale Hinweise.

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Dem Mann aus dem Landgerichtsbezirk Konstanz wird schwerer sexueller Missbrauch von Kindern sowie das Erstellen von kinderpornografischen Inhalten zur Last gelegt. Genauere Details zur Herkunft des Täters wollte die Staatsanwaltschaft aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes nicht machen.

Kinder zwischen drei und 13 Jahren sollen Opfer sein

Die Taten sollen zwischen Sommer 2022 und Mai 2025 stattgefunden haben. Die Ermittler gehen davon aus, dass der Mann in insgesamt 69 Fällen in seiner Wohnung sexuelle Handlungen an vier Kindern im Alter zwischen 3 und 13 Jahren vorgenommen oder die Kinder zu sexuellen Handlungen veranlasst hat. Er war mit den Kindern bekannt. Die mutmaßlichen Taten spielten sich laut Cybercrime-Zentrum Baden-Württemberg (CCZ) überwiegend in seiner Wohnung ab. Neunmal soll der Mann den Missbrauch aufgenommen und in drei weiteren Fällen versucht haben, eines der Kinder sexuell zu missbrauchen. 

Ein Mitarbeiter des Cybercrime-Zentrums Baden-Württemberg sitzt an seinem Arbeitsplatz.
Das Cybercrime-Zentrum gibt es seit 2024. Es ist laut Behörde landesweit zuständig für ermittlungstechnisch besonders anspruchsvolle Verfahren des Cybercrime.

Internationale Hinweise führen zu Ermittlungserfolg

Das Verfahren kam in Gang, nachdem im März vergangenen Jahres Hinweise vom National Center for Missing and Exploited Children aus den USA eingegangen waren. Daraufhin erließ das CCZ bei der Generalstaatsanwaltschaft Karlsruhe einen Durchsuchungsbeschluss. Der Beschuldigte wurde Ende Mai 2025 verhaftet und befindet sich seither in Untersuchungshaft.

Das Landgericht Konstanz muss noch entscheiden, ob die Anklage zugelassen wird. Erst dann kommt es zu einem Prozess.

Warum gab es Hinweise aus den USA?


Dass Hinweise aus den USA hierzulande zu Verdächtigen führen und Straftaten aufdecken, ist keine Seltenheit - sondern sogar eher die Regel. Denn dort müssen Provider Verdacht auf kinderpornografische Straftaten melden. Das Zentrum sammelt solche Hinweise auf Abbildungen schweren sexuellen Kindesmissbrauchs und gibt diese bei Bezug zu Deutschland entsprechend an die hiesigen Strafverfolgungsbehörden weiter.

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SWR

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