Polizei fahndet weiter

Neue Details zur Flucht des Straftäters aus Psychiatrie Reichenau

Der 20-Jährige, der am Samstag aus dem Zentrum für Psychiatrie Reichenau (Kreis Konstanz) geflohen ist, war mit zwei Pflegern und weiteren Patienten auf einem Spaziergang. Der Mann ist weiterhin flüchtig.

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Stand

Es gibt einen neuen Stand (4.12.). Inzwischen ist der Flüchtige zur internationalen Fahndung ausgeschrieben.

Der am Samstag aus der Klinik für Forensische Psychiatrie und Psychotherapie des Zentrums für Psychiatrie Reichenau im Kreis Konstanz geflohene Straftäter ist laut Polizei auch am Dienstag immer noch auf der Flucht. Laut Staatsanwaltschaft Rottweil leidet der 20-Jährige an einer paranoiden Schizophrenie. "Bei einer Unterbringung im Maßregelvollzug wird bei unbehandelter Erkrankung definitionsgemäß Gefährlichkeit angenommen", sagte Jan Bulla, Ärztlicher Direktor am ZfP, dem SWR. Allerdings habe sich der Zustand des 20-Jährigen unter Behandlung deutlich gebessert. 

Entflohener Straftäter: So lief seine Flucht ab

Im März war er deshalb noch auf eine Station mit niedrigerem Sicherheitslevel verlegt worden. "Wir gehen derzeit nicht von einer konkret vom Betroffenen ausgehenden Gefahr aus – können diese jedoch auch nicht ausschließen", so Bulla. Die Polizei hatte davor gewarnt, den Mann anzusprechen. Es sei nicht auszuschließen, dass er sich in einem psychischen Ausnahmezustand befinde. Er könne deswegen gegenüber anderen in aggressiver Weise auftreten.

Am Samstagnachmittag war es dem Mann gelungen, zu Fuß aus der Klinik zu fliehen. Der Mann war mit fünf weiteren Patienten und zwei Pflegefachkräften bei einem Geländeausgang, als er die Flucht ergriff, wie Jan Bulla berichtet. Er sei überraschend aus der Gruppe davongerannt.

Einer der beiden Pfleger habe versucht, ihn zu verfolgen, aber nicht mehr einholen können. Eine sofort eingeleitete Fahndung blieb bislang ohne Ergebnis. Laut ZfP hat es im Vorfeld keine Hinweise auf eine bevorstehende Flucht gegeben.

Der verurteilte Straftäter aus dem ZfP Reichenau ist weiterhin auf der Flucht

Laut Staatswanwaltschaft hatte der 20-Jährige im vergangenen Jahr einen Mitbewohner in einer Asylunterkunft in Trossingen im Kreis Tuttlingen mit einem Messer angegriffen und ihn durch einen Stich in den Bauch lebensgefährlich verletzt. Das Opfer sei damals notoperiert und gerettet worden. Das Urteil lautete auf versuchten Mord im Zustand der Schuldunfähigkeit. Deshalb wurde die Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus angeordnet.

Polizei hofft auf Hinweise aus der Bevölkerung auf Entflohenen

Der Gesuchte ist den Angaben zufolge 1,87 Meter groß. Er sei schlank, trage einen Oberlippenbart und habe kurze, lockige, schwarze Haare. Bei seiner Flucht war er mit einer schwarzen Weste, schwarzer Hose, einem grünen Pullover, blauen Schuhen und einer schwarzen Mütze unterwegs.

Die Polizei sucht mit einem Bild nach dem Mann. Hinweise aus der Bevölkerung zum Aufenthaltsort des 20-Jährigen nehme die Kriminalpolizei Rottweil entgegen, aber auch jede andere Polizeidienststelle.

Öffentlichkeitsfahndung Polizeipräsidium Konstanz

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SWR

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