Sicher feiern: Das ist das Ziel der Initiative "Nachtsam" des Landes Baden-Württemberg. Es geht um Schutz vor Gewalt, sexualisierten Übergriffen und um Hilfe für den sicheren Heimweg. Das baden-württembergische Sozialministerium bietet die Schulungen für Menschen an, die in der Nacht beschäftigt sind, wie etwa Personal von Diskotheken und der Gastronomie - und auch für Närrinnen und Narren.
Fastnacht feiern ohne Angst vor Übergriffen
Denn während der närrischen Zeit besteht bei vielen zu später Stunde auch die Angst vor Übergriffen und Zwischenfällen: Maskenträger gehen grob mit anderen um, K.O. Tropfen werden in Getränke gemixt, oft gibt es zu später Stunde Gewalttätigkeiten.
Markdorfer Fastnachtszunft ist um Prävention bemüht
Deswegen haben sich die Mitglieder der Markdorfer Narrenzunft (Bodenseekreis) von der Initiative "Nachtsam" schulen lassen. Die Markdorfer Organisatoren des fastnächtlichen Treibens haben bei der Online-Schulung einiges gelernt, berichten sie. Uwe Schulz, Hänsele-Major der Markdorfer Narrenzunft erzählt, er habe sich in den vergangenen Jahren an der Fastnacht immer mal wieder die Frage gestellt, ab wann man eingreifen müsse.
Wo lässt man einen Gast los, wenn er nach Hause geht? Schafft er das alleine? Es gibt ja Leute, die sind emotional aufgelöst.
Für Lisa Jäger, Vize-Oberkaujolin der Markdorfer Narren, war ein einfacher Tipp besonders wertvoll: Sie hat nun bei Veranstaltungen immer für alle Handy-Typen ein Ladekabel parat. So können Gäste mit leerem Akku ihr Handy so weit laden, dass es für das Organisieren des Heimwegs reicht, oder um die Freunde wiederzufinden. Es sei nur einer von vielen nützlichen Tipps gewesen, erzählt die Kursteilnehmerin.
Sicher feiern: Wertvolle Tipps auch zum Nachlesen
Nach der Schulung bekommen alle Teilnehmer Unterlagen, die alle Maßnahmen zusammenfassen. Darauf sind unter anderem die Telefonnummern des Heimweg-Telefons oder Hotlines zu finden, bei denen man anrufen kann, wenn etwas passiert ist. Bei den Organisatoren der Markdorfer Fastnacht ist das Gelernte von der "Nachtsam-Initiative" auf großes Interesse gestoßen.
Das Gute: Das Wissen kann bei Veranstaltungen das Jahr über angewandt werden, zum Beispiel auch beim Markdorf Open-Air.