Ein mutmaßlicher Millionenbetrug rund um ein Bauprojekt in Konstanz beschäftigt die Justiz. Die Staatsanwaltschaft Mannheim hat Anklage gegen einen 68-jährigen Mann erhoben. Der Verdacht lautet unter anderem gewerbsmäßiger Betrug. Auch Verstöße gegen das Kreditwesengesetz und Untreue stehen im Raum.
Der Mann soll als Verantwortlicher einer schweizerisch-deutschen Unternehmensgruppe Geld von Privatanlegern eingesammelt haben. Nach Angaben der Ermittler sollte das Geld angeblich in Bauprojekte investiert werden. Im Mittelpunkt steht ein Bauprojekt in Konstanz. Geplant waren ein Hotel, ein Parkhaus und ein Tagungszentrum.
Anlegergelder für Bauprojekt in Konstanz eingesammelt
Nach Angaben der Staatsanwaltschaft soll der Beschuldigte Anlegergelder für Bauprojekte angeworben haben. Die Ermittler gehen davon aus, dass ihm bewusst war, dass seine Unternehmen kaum Einnahmen hatten.
Abgesehen von dem Geld der Anleger habe es keine nennenswerten Einnahmen gegeben. Deshalb hätten Bauprojekte und versprochene Rückzahlungen nicht umgesetzt werden können.
Die Bauarbeiten am Ortseingang von Konstanz wurden bereits Ende 2018 gestoppt. Grund waren ausstehende Zahlungen. Das Bauprojekt kam nach Angaben der Ermittler im Dezember 2018 zum Erliegen. Anlegern entstand laut Staatsanwaltschaft ein Schaden von rund 4,8 Millionen Euro. Hinzu kommen etwa 70.000 Schweizer Franken. Der Schaden soll in den Jahren 2018 und 2019 entstanden sein.
Weitere Vorwürfe: Zwei Millionen Euro aus Firmenvermögen
Der Beschuldigte soll außerdem Geld aus dem Vermögen der Unternehmensgruppe entnommen haben. Dabei geht es laut Ermittlern um etwa zwei Millionen Euro. Das Geld soll über mutmaßlich gefälschte Darlehensverträge und Rechnungen entnommen worden sein.
Nach Ansicht der Ermittler soll das Geld für eigene Zwecke verwendet worden sein. Auch deshalb lautet der Vorwurf unter anderem Untreue.
Festnahme auf Teneriffa: Landgericht Mannheim prüft Prozess
Die Ermittlungen liefen über mehrere Jahre, so die Staatsanwaltschaft Mannheim. Das Landeskriminalamt Baden-Württemberg führte sie auch im Ausland. Im November 2025 wurde der Beschuldigte auf der spanischen Kanareninsel Teneriffa festgenommen.
Seitdem sitzt der 68-Jährige in Untersuchungshaft. Nun muss das Landgericht Mannheim entscheiden, ob das Hauptverfahren eröffnet wird. Dann könnte es zu einem Prozess vor der Wirtschaftsstrafkammer kommen.