Gut ein Jahr nach dem verheerenden Brand in der Konstanzer Altstadt wird das ausgebrannte und teilweise sanierte Stadlerhaus zum Ausstellungsort. Bis Mitte November ist dort die Doppelausstellung "This Is Not the End" zu sehen. Fotos des Konstanzer Foto- und Videokünstlers Markus Brenner zeigen die Räume im denkmalgeschützten Jugendstilgebäude direkt nach dem Brand am 25. Juli 2024. Brenner war einer der Ersten, der das abgebrannte Gebäude besuchte und dort fotografierte. Aus Versicherungsgründen ohne Verschieben und Verrücken – alles blieb an Ort und Stelle, er verwendete auch kein zusätzliches Licht.
Verlust, Gewinn und Neuanfang im ausgebrannten Konstanzer Altstadthaus
Der in Berlin lebende, aus Konstanz stammende Künstler Jörg Hundertpfund präsentiert zwischen kahlen Wänden und alten Dielen Stühle, auf denen niemand sitzen kann. Diese Stühle erinnern an die frühere Nutzung des Hauses als Wohnraum und Möbelgeschäft, so die Konstanzer Crescere Stiftung, die die Doppelausstellung organisierte. Damit sich während der laufenden Bauarbeiten Handwerker und Ausstellungsbesucher nicht in die Quere kommen, öffnet die Ausstellung unter der Woche erst um 17 Uhr.
Die Idee, die Baustelle als Zwischennutzung zum Museum zu machen, hatte die Crescere Stiftung. Die Ausstellung spiele bewusst mit dem Rohzustand des Hauses, so der Vorstand der Stiftung, Wolfgang Münst. Das Stadlerhaus bleibt noch bis Ende kommenden Jahres ein Ausstellungsort. Dann soll es wieder zu Wohn- und Verkaufszwecken genutzt werden. Jeweils einzelne Etagen werden während der Sanierung freigehalten für Kunst. Das Projekt "Constance Contemporary – Kunstbaustelle" will die Crescere Stiftung aber in anderen Konstanzer Gebäuden fortführen.
Das Stadlerhaus wurde Anfang des 20. Jahrhunderts vom Konstanzer Verleger Friedrich Jakob Georg Stadler gebaut. Ende des 20. Jahrhunderts zog der Verlag um. Bis zum Brand befanden sich dort unter anderem das Einrichtungshaus "Bent Sørensen" und mehrere Wohnungen im Dachgeschoss. 19 Bewohnerinnen und Bewohner wurden heimatlos. Als Brandursache gilt ein defektes Kabel.
Gutachten erst im September Brand in Konstanzer Altstadt: Ursache ist wohl defektes Kabel
Zweieinhalb Wochen nach dem Brand in der Konstanzer Altstadt geht ein Gutachter davon aus, dass die Brandursache ein technischer Defekt ist. Vermutlich hat ein kaputtes Kabel das Feuer ausgelöst.
So läuft die Sanierung des Stadlerhauses nach dem Altstadtbrand
Das denkmalgeschützte Gebäude aus der Jugendstilzeit hat in den vergangenen Monaten einen neuen Dachstuhl erhalten. Zuvor war der verbrannte Teil rekonstruiert worden, teilte der Projektverantwortliche für die Sanierung, Aaron Brenner, auf SWR-Anfrage mit. Das Dach sei abgedichtet, gedämmt und werde jetzt fertig gedeckt. Derzeit sei das Team mit der Konstruktion des Aufzugschachtes und den Trockenbau- und Elektroarbeiten in den Dachgeschossen beschäftigt.
"Die große Herausforderung war die exakte Rekonstruktion des Dachstuhls und die Absprache mit dem Denkmalamt, dem Brandschutz und der Statik. Teilweise wurden bauzeitliche Balken wiederverwendet und repariert.
So berichtete SWR Aktuell Baden-Württemberg 2024 über den Brand in der Konstanzer Altstadt: