Jubiläumsfeier am Wochenende

Naturschutzzentrum Wurzacher Ried hütet seit 40 Jahren das Moor

Das Wurzacher Ried gilt als größte intakte Hochmoorfläche Mitteleuropas. Für den Schutz setzt sich seit 40 Jahren das dortige Naturschutzzentrum ein. An diesem Wochenende feiert es das Jubiläum.

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Stand

Von Autor/in Alfred Knödler

Das Naturschutzzentrum Wurzacher Ried (Landkreis Ravensburg) feiert an diesem Wochenende sein 40-jähriges Bestehen. Es koordiniert den Schutz der Hochmoorfläche, die Heimat für zahlreiche gefährdete und bedrohte Tierarten ist. Dazu klärt das Naturschutzzentrum immer wieder über die Bedeutung des einzigartigen Biotops auf.

Einsatz für den Natur- und Klimaschutz

Das Wurzacher Ried ist nach Angaben des Naturschutzzentrums eines der größten Naturschutzgebiete in Süddeutschland. 1985 gründeten das Land Baden-Württemberg, der Kreis Ravensburg und die Stadt das Naturschutzzentrum. Seine Aufgabe bestand besonders darin, dafür zu sorgen, dass die Wiesen regelmäßig gemäht und die Besucherströme so gelenkt werden, dass sie keinen Schaden in der Natur hinterlassen.

Inzwischen ist die Aufklärung der Besucher über den Beitrag der Moore zum Klimaschutz ein ebenso wichtiger Bestandteil. Moore wie das Wurzacher Ried sind in der Lage große Mengen von Kohlenwasserstoff (CO2) zu binden, der entscheidend zum Klimawandel beiträgt.

Das Moor: wertvolles Relikt aus der Eiszeit

Darüber hinaus ist das Wurzacher Ried die Heimat vieler seltener Pflanze und Tiere, die durch den Erhalt des Wurzacher Riedes geschützt werden. So gelten laut Naturschutzzentrum ein Viertel der rund 800 nachgewiesen Pflanzenarten und 1.500 Tierarten als gefährdet oder bedroht. 

Entstanden ist das Moorgebiet als sich nach der letzten Eiszeit ein Gletscher zurück zog und sich in dem zurückgebliebenen Becken ein Gletschersee bildete. Durch abgestorbene Pflanzen und Sedimente entstand über Jahrtausende ein riesiges Moorgebiet mit großen Torfvorkommen.

Renaturierung statt Torfabbau

Da das Moor im Zuge des Torfabbaus und der Trockenlegung in den vergangenen 300 Jahrhunderten immer kleiner wurde und zu verschwinden drohte, entschied man sich in den 1980er-Jahren das Wurzacher Ried zu renaturieren. Im Zuge dessen entstand auch das Naturschutzzentrum, das den Wiederherstellungsprozess bis heute unterstützt. 

Jubiläumsprogramm mit Führungen durch das Wurzacher Ried

Für die ehrenamtlichen Helfer, Mitarbeiter und Unterstützer des Naturschutzzentrum ist das Jubiläum am Sonntag ein Grund zum Feiern. Es gibt Führungen ins Ried, aber auch einen Vortrag über die Meilensteine des Naturschutzzentrums. Außerdem wird ein Kinoflim mit dem Titel "Magie der Moore" gezeigt.

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Autor/in
Alfred Knödler
SWR-Redakteur Alfed Knödler Autor Bild

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