Bei einem Pflegegipfel in Wangen im Allgäu sind Pflegekräfte am Mittwoch ins Gespräch mit der Politik gekommen. Auf Einladung des Ravensburger CDU-Bundestagsabgeordnete Axel Müller kam Katrin Staffler zu Besuch. Die CSU-Politikerin ist Pflegebevollmächtigte der Bundesregierung.
Teilgenommen haben zahlreiche Pflege-Expertinnen und Experten aus der Region Bodensee-Oberschwaben. Zum Beispiel Alissa Nerz vom mobilen Pflegedienst Medias in Amtzell im Kreis Ravensburg.
Pflegegipfel: Bürokratie raubt in der Pflege viel Zeit
Sie berichtet: Im Alltag stoße man im Pflegebereich immer wieder an Grenzen, die das System vorgibt. Beispielsweise in der Verwaltung - Stichwort: Bürokratie. "Es ist zum Beispiel nicht möglich, die Dokumentation komplett digital zu führen, weil viele Vorschriften nur so sind, dass das Dokument im Original beim Patient liegen sollte", sagte sie.
So würde manche Arbeit doppelt gemacht - und diese Zeit fehle dann woanders, so Alissa Nerz. Ähnlich problematisch sei die Abrechnung von Leistungen. "Wenn wir eine Klientin oder einen Klienten besuchen und Medikamente bringen, den Verband machen und Strümpfe anziehen, dann kriegen wir lediglich den Verband bezahlt. Und die anderen Leistungen fallen unter den Tisch", berichtete sie.
Bundesregierung plant Änderungen bei der Pflege
Katrin Staffler, Pflegebevollmächtigte der Bundesregierung, kam nach Wangen, um den Pflegekräften aus der Region zuzuhören. "Nur aus der Praxis heraus kann man die Dinge mitnehmen, bei denen es ganz konkret vor Ort hakt", sagte sie dem SWR.
Die CSU-Politikerin hatte aber auch Versprechen dabei. Unter anderem, dass die Leistungsabrechnungen zukünftig nicht mehr so kleinteilig und aufwändig sein sollen: "Davon wollen wir jetzt weg. Wir planen tatsächlich, da auch Leistungen zu bündeln und dann praktisch die Beantragung einfacher zu machen."