Sozialunternehmen setzt auf Flexteams

Stiftung Liebenau: Flexible Arbeitszeit soll gegen Personalengpässe helfen

Sie springen ein, wenn Pflegekräfte krank oder im Urlaub sind: sogenannte Flexteams der Stiftung Liebenau. Ein Arbeitsmodell, das nun ausgebaut werden soll.

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Von Autor/in Dirk Polzin

Mehr Flexibilität in der Pflege: Das bietet seit vergangenem Oktober die katholische Stiftung Liebenau mit Sitz in Meckenbeuren. Sie setzt auf sogenannte Flexteams, also feste Fachkräfte, die einspringen, wenn in den Alten- und Behinderteneinrichtungen der Stiftung das Personal knapp wird. Der Stiftung zufolge ist es ein Arbeitsmodell, das sich für alle bewährt hat. Deshalb wolle man das Angebot ausbauen.

Verlässliche Dienstpläne für alle

Die Vorteile des Modells: Mitarbeitende von Flexteams entscheiden selbst, wann und wo sie arbeiten. Sie wählen dazu feste Tage sowie Schichten und entscheiden sich für zwei bis sieben Standorte der Stiftung, an denen sie flexibel eingesetzt werden können - je nachdem, wo es gerade Engpässe beim Stammpersonal gibt. Damit werde vermieden, dass Pflegerinnen oder Pfleger des Stammpersonals ständig Dienste tauschen, um ihre freien Tage bangen oder gar aus dem Urlaub geholt werden müssen, wenn Personal fehle, erklärt die Stiftung.

Derzeit machen knapp 20 feste Mitarbeitende den Flexteam-Job. Eingesetzt werden sie in insgesamt 25 Pflegeeinrichtungen der Region Bodensee-Oberschwaben und im Allgäu. Eine der Flexteam-Springer ist Silke Hauke. Die 48-Jährige aus Kellmünz an der Iller (Kreis Neu-Ulm) arbeitete der Stiftung zufolge bereits in mehreren Behinderten- und Pflegeheimen als Sozialbetreuerin und wollte eigentlich aus der Pflege aussteigen - wegen der unregelmäßigen Arbeitszeiten.

Silke Hauke (re.) hat im Flexteam wieder Spaß am Pflegeberuf gefunden. Flexteam-Leiterin Natalie Hoss (li.) freut sich sehr darüber.
Silke Hauke (re.) hat im Flexteam wieder Spaß am Pflegeberuf gefunden. Flexteam-Leiterin Natalie Hoss (li.) freut sich sehr darüber. Stiftung Liebenau

Doch als sie vom neuen Konzept der Stiftung hörte, bewarb sie sich für das Flexteam Pflege der Stiftung Liebenau. Es sei das Beste, das ihr passieren konnte, sagt die Sozialbetreuerin in einer Mitteilung der Stiftung. Denn Planbarkeit sei für sie sehr wichtig: Sie kümmere sich auch privat um Pflegebedürftige, es handele sich um Angehörige.

Arbeit und Engpässe gibt es immer

So arbeite sie an zwei Allgäuer Einrichtungen der Stiftung und mache dort je nach Bedarf an drei bestimmten Tagen Frühdienst, an zwei weiteren Tagen sei sie flexibel einsetzbar. Einmal pro Monat arbeite sie zudem am Wochenende. Dass die Flexteamkräfte an ihren Arbeitstagen nicht gebraucht werden, komme nicht vor, sagte eine Sprecherin der Stiftung Liebenau dem SWR. Es gebe immer Engpässe beziehungsweise genügend Arbeit.

Ein ähnliches Modell gibt es auch beim evangelischen Sozialunternehmen "Die Zieglerschen" mit Sitz in Wilhelmsdorf (Kreis Ravensburg). Dort gehören seit etwa einem Jahr drei feste Mitarbeitende zum sogenannten "PlusPool". Fehlt an einem der Standorte der Zieglerschen Personal, können sie die Lücken füllen. Auch hier spricht man von einem großen Erfolg des Konzepts.

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