"Habemus Papam", hieß es am Donnerstagabend in Rom. Zuvor ist weißer Rauch aus dem Schornstein der Sixtinischen Kapelle aufgestiegen. Knapp eine Stunde später zeigte sich der neue Papst der Öffentlichkeit: US-Kardinal Robert Francis Prevost, Leo der XIV.
Friedensbotschaft kommt bei Gläubigen gut an
Dekan Peter Müller aus Bad Saulgau (Kreis Sigmaringen) ist gespannt, wie Leo XIV. wirken wird. "Ich denke, Leo der XIV. ist ein Mann der Weltkirche", so der Dekan im SWR-Interview. Besonders beeindruckt habe ihn, dass der neue Papst in seiner Rede von Frieden sprach.
"Ich habe mich gefreut, dass er mit einer Friedensbotschaft begonnen hat", sagt auch Schwester Maria Hanna Löhlein, Generaloberin der Franziskanerinnen von Kloster Reute (Kreis Ravensburg). Der neue Papst passe daher genau zu dem Weg, den Papst Franziskus eingeschlagen hatte und der sich am Frieden und am Wohl der Menschen orientiere, so die Franziskanerin.
"Ich erhoffe mir, dass der neue Papst ein sozialer Papst ist. Ein Papst, der auch auf die Arbeitswelt schaut und die Menschen sieht, die in prekären Arbeitsverhältnissen sind", sagt Philipp Groll, Betriebsseelsorger für Ravensburg/Friedrichshafen der Diözese Rottenburg Stuttgart. Auch er selbst setze das bei seiner Arbeit um, sagt Groll. "Indem ich auch für Erntehelfer da bin oder Lastwagenfahrer an Raststätten besuche."
Katholiken am Bodensee reagieren positiv auf neuen Papst Leo XIV.
Gabi Ilg aus Meckenbeuren (Bodenseekreis) ist Vorstandsmitglied beim Katholischen Deutschen Frauenbund (KDFB) in der Diözese Rottenburg-Stuttgart. Sie ist hoffnungsvoll, dass der neue Papst die Kirche voranbringt. "Ich habe einen guten Eindruck von ihm. Ich freue mich, dass er mit 69 Jahren für einen Papst noch jung ist und er wirkt dialogbereit", sagt sie. Das sei auch wichtig, denn in der Kirche müsse sich einiges ändern. "Wir Frauen wünschen uns, dass Strukturen aufgebrochen werden und wir Frauen gleich behandelt werden wie Männer."
Im Pfarrheim der Gemeinde Sankt Columban in Friedrichshafen trafen sich am Donnerstagabend rund 50 Sängerinnen und Sänger zur Chorprobe. Etliche erfuhren die Nachricht aus Rom am Abend, als sie in oder auf dem Weg zu Chorprobe waren. "Ich war völlig perplex, weil ich nicht mit einem Amerikaner gerechnet hatte. Ich fand ihn sehr, sehr, sehr sympathisch", so eine Sängerin nach der Chorprobe.