Ein Prozess um erpresserischen Menschenraub vor dem Amtsgericht Konstanz hat am Donnerstag ein schnelles Ende gefunden: Der Angeklagte erschien nicht, nach ihm wird jetzt mit einem Haftbefehl gefahndet. Zum Hintergrund: Im Oktober 2024 soll ein Streit zwischen dem 32-jährigen Mann und seiner Mutter eskaliert sein.
Laut Anklage ging es um Geld, das der Mann haben wollte. Aus Angst, dass seine Mutter sein Erbe ausgibt, soll er sie in ihrem eigenen Keller in Owingen im Bodenseekreis eingesperrt haben - für mehrere Wochen. Dabei soll er sie geschlagen, gefesselt und geknebelt haben. So wollte er von seiner Mutter Geld und die Schenkung ihres Hauses erpressen.
Schreie alarmieren Passanten
Die Mutter konnte laut Anklage erst Mitte November 2024 auf sich aufmerksam machen. Sie rief laut um Hilfe, bis Passanten sie hörten. Da die Mutter sich laut Gericht entschieden hat, nicht auszusagen, stützt sich der Prozess nun wohl auf Zeugenaussagen.
Doch es wurde ein kurzer Prozess, teilte ein Sprecher des Amtsgerichtes Konstanz am Donnerstag mit. Der Angeklagte sei nicht vor Gericht erschienen, angeblich halte er sich in Mexiko auf. Die Richterin erließ daraufhin einen Haftbefehl gegen den Mann. Sollte er im Ausland gefasst werden, muss ein Auslieferungsgesuch gestellt werden.