Sie haben symbolisch das Kriegsbeil begraben: Die beiden Geschäftsführer der Bodensee-Fahrgast-Schiffsbetriebe, Benno Gmür (Schweiz) und Norbert Reuter (Deutschland), haben am Samstag in einem Sandkasten auf dem Romanshorner Hafengelände symbolisch ein, wie es hieß, "Kriegsbeil" begraben.
Anlass war der Kapitänsempfang am Rande der Internationalen Flottensternfahrt zum Saisonauftakt. Indem die beiden Geschäftsführer eine Axt mit Sand zuschaufelten, wurde ein seit Wochen schwelender Konflikt zwischen der Schweizerischen Bodensee-Schifffahrt (SBS) und den Bodensee-Schiffsbetrieben (BSB) beendet.
Schiffe formieren sich in diesem Jahr vor Romanshorn Flottensternfahrt: Die Weiße Flotte hat sich auf dem Bodensee präsentiert
Sie gilt traditionell als erster Höhepunkt der Schifffahrtsaison auf dem Bodensee: die Internationale Flottensternfahrt. Am Samstag hat sie vor Romanshorn stattgefunden.
Streit um Tickets und Tarife auf dem Bodensee
Bei dem Streit ging es um unterschiedliche Tarifsysteme und die Anerkennung von Tickets. Von Schweizer Seite kam die Klage, dass viele Gäste an Bord kämen - allerdings mit Tickets der deutschen Bodensee-Schiffsbetriebe. Und mit diesen wollten die Fahrgäste von Schweizer Seite aus häufig Richtung Konstanz und zur Blumeninsel Mainau fahren.
Man habe aber schon seit Längerem keinen finanziellen Ausgleich von deutscher Seite bekommen, so die Klage aus der Schweiz. In der Folge liefen die Schweizer Fahrgastschiffe den Hafen Konstanz und die Blumeninsel Mainau seit Karfreitag nicht mehr an.
Konflikt auch um Partyschiff "Euregia"
Nahezu zeitgleich hatten die zu den Stadtwerken Konstanz gehörenden Bodensee Schiffsbetriebe klargemacht, dass das in der Schweiz stationierte Partyboot "Euregia" nicht mehr in Friedrichshafen anlegen dürfe - wobei der Organisator der Partys wiederum in Friedrichshafen zu Hause ist.
Einigung: Schiffe fahren ab Saison 2027 wieder regulär
Mit der ganzen Streiterei hat es nun ein Ende: Schweizer planen ab der Saison 2027 wieder regulär nach Konstanz und zur Insel Mainau zu fahren. Auch das Einfahrverbot des Partyschiffes "Euregia" in Friedrichshafen ist vom Tisch, bestätigten die Geschäftsführer beider Schiffsbetriebe, Benno Gmür (Schweiz) und Norbert Reuter (Deutschland), am Rande der Flottensternfahrt gegenüber dem SWR.
Man wolle die nächsten Tage und Wochen nutzen, um ein Modell für ein besseres Tarifsystem und einen Ticket-Ausgleich auszuarbeiten, hieß es. Und: Bei der grenzüberschreitenden Bodensee-Schifffahrt müssten die gemeinsamen Ziele im Vordergrund stehen - und nicht unterschiedliche Eigeninteressen.