Sie ist jedes Jahr ein Höhepunkt am Bodensee: die internationale Sternfahrt der Weißen Flotte. Sie steht für die grenzüberschreitende Freundschaft zwischen Deutschland, Österreich und der Schweiz. Auch in diesem Jahr soll sie wie geplant stattfinden. Treffpunkt der Schiffe ist am Samstag auf dem See vor Romanshorn in der Schweiz.
Dabei gibt es aktuell Unstimmigkeiten zwischen der Schweizerischen Bodensee-Schifffahrt (SBS) und den deutschen Bodensee-Schiffsbetrieben (BSB). Trotzdem haben beide Seiten gegenüber dem SWR erklärt, bei der Flottensternfahrt dabei zu sein.
Keine Schiffe der SBS im Konstanzer Hafen
Seit Karfreitag fahren Schiffe der SBS den Hafen Konstanz nicht mehr an. Sie fahren von der Schweiz aus - ohne Zwischenstopp in Konstanz - zum Beispiel direkt Richtung Meersburg. Für viele Fahrgäste kommt das überraschend. Gerade Konstanz ist ein zentraler Ausgangspunkt für Ausflüge mit der Weißen Flotte.
Die Änderung betrifft vor allem Strecken, auf denen bisher beide Anbieter unterwegs waren. Reisende müssen nun genauer planen. "Der Tourist ist am Ende der Verlierer", so Benno Gmür, der Geschäftsführer der SBS.
Worum geht es bei dem Konflikt zwischen SBS und BSB?
Im Mittelpunkt des Streits stehen Tickets und Absprachen. Für Fahrgäste war zuletzt oft unklar, welches Ticket auf welchem Schiff gilt. Nach Angaben der SBS seien in der vergangenen Saison deswegen tausende Passagiere von Schweizer Schiffen mitgenommen worden, deren Tickets eigentlich für deutsche Verbindungen gedacht gewesen sein, hieß es.
Für die Mitarbeitenden auf den Schiffen bedeutete das zusätzliche Belastung, so der Geschäftsführer der SBS. Zudem habe man bisher keinen Ausgleich für die Ticketpreise von den Deutschen bekommen.
Nach Darstellung der deutschen BSB habe es über Jahre eine klare Regelung gegeben. Tickets seien gegenseitig anerkannt worden. Diese Vereinbarung sei allerdings von den Schweizern gekündigt worden. Erst danach seien die Missverständnisse aufgetreten.
Bodensee-Schiffsbetriebe: Ausreichend Verbindungen ab Konstanz
Die BSB betonen, dass ihr Angebot trotz der fehlenden Schweizer Schiffe unverändert bleibe. Zwischen Konstanz und Zielen wie Meersburg gebe es weiterhin viele Verbindungen, heißt es. Für deutsche Gäste habe das Auslassen von Konstanz durch die Schweizer Schiffe keine direkten Auswirkungen. Kapazitäten seien ausreichend vorhanden.
So war die Flottensternfahrt im vergangenen Jahr:
Differenzen ohne Einfluss auf Flottensternfahrt
Trotz der Differenzen soll die Flottensternfahrt am Samstag auf dem Bodensee vor Romanshorn wie geplant stattfinden. Es gebe etliche Anmeldungen, so Benno Gmür: "Es wäre furchtbar, wenn die Flottensternfahrt ausfallen müsste." Von den Bodensee-Schiffsbetrieben heißt es. "Man sollte auch die verbindenden Aspekte hervorheben, nicht nur die Differenzen."