"Informatik und Medienbildung" – so heißt ein neues Schulfach in Baden-Württemberg. Es soll Schülerinnen und Schüler der Klassenstufen fünf und sechs fit machen im Umgang mit Computern und dem Internet. An der Universität Konstanz haben am Wochenende im Rahmen einer landesweiten Weiterbildung rund 400 Lehrkräfte aus dem ganzen Land Grundlagen erlernt, um das neue Fach unterrichten zu können.
Neue Medien: Gut ausgebildete Lehrkräfte fehlen
Andrea Dressler ist eine der 400 Teilnehmerinnen und Teilnehmer an der Weiterbildung. Sie unterrichtet am Droste-Hülshoff-Gymnasium Meersburg Mathe und Erdkunde – und nun eben auch das neue Fach „Informatik und Medienbildung.“ Und sie ist überzeugt - beim Wissen rund um die neuen Medien gibt es großen Nachholbedarf.
Gut ausgebildete Lehrkräfte fehlen an den Schulen. Die werden aber unbedingt benötigt: Die Kinder brauchen einfach Unterstützung beim Umgang mit diesen neuen Medien. Die bergen viele Chancen, aber auch Risiken.
Während der Weiterbildung an der Uni Konstanz lernt Andrea Dressler Programmieren und den Umgang mit Künstlicher Intelligenz – wichtige Grundlagen, um den Schülerinnen und Schüler das "kleine Computer-Einmaleins" beizubringen. Daneben geht es bei dem neuen Fach aber auch um Tücken und Gefahren, die heutzutage im Netz lauern: "Was da immer wieder passiert, ist Cyber-Mobbing, Bedrohungen, die ausgesprochen werden über soziale Medien", sagt sie. Auch auf solche Gefahren wird Andrea Dressler vom Droste-Hülshoff-Gymnasium Meersburg ihre Schüler im Rahmen des neuen Schulfaches vorbereiten.
Grundlagen für neues Schulfach "Informatik und Medienbildung"
Viele der teilnehmenden Pädagoginnen und Pädagogen hätten zwar "informatik-nahe" Fächer wie Mathematik und Physik studiert. Allerdings: "Wir hatten da auch schon Germanisten dabei", so Professor Michael Gossniklaus, stellvertretender Leiter der neuen Lehrer-Weiterbildung.
Wir bringen denen die komplette Breite der Informatik bei.
Bei der Weiterbildung an der Uni Konstanz ging es am Wochenende zunächst um die Grundlagen, also um Computer-Funktionalität und Programmiersprachen. Die Uni hat dafür das "Kontaktstudium Informatik" auf den Weg gebracht – ein Angebot für Lehrkräfte aus dem ganzen Land. Viele Inhalte dieses Kontaktstudiums werden zwar online vermittelt. Nun aber kamen zum ersten Mal rund 400 Lehrerinnen und Lehrer zu einem Präsenzwochenende zusammen.