Die Quagga-Muschel: Seitdem sie, vermutlich von Booten, in den Bodensee eingeschleppt worden ist, breitet sie sich seit Jahren rasant aus. Die invasive Art bedroht damit das heimische Ökosystem. Das Umweltministerium Baden-Württemberg setzt deshalb auf weitere Forschung, um der Muschel zu begegnen.
Überwachung der Muschelbestände im Bodensee
Gemeinsam mit Österreich und der Schweiz sei bereits ein grenzübergreifendes Konzept zur Überwachung der Muschelpopulation entwickelt worden, so das Ministerium in seiner Antwort auf eine Kleine Anfrage des Singener SPD-Landtagsabgeordneten Hans-Peter Storz. Ziel sei es, die Verbreitung und Dichte der Quagga-Muscheln genau zu erfassen. Vor Friedrichshafen wurden im vergangenen Jahr auf einem Quadratmeter beispielsweise fast 37.000 Muscheln gezählt.
Neue Studie zur Quagga-Muschel startet im Herbst
Ab Herbst soll ein dreijähriges Forschungsprojekt klären, ob muschelfressende Fische wie Rotaugen oder Karpfen helfen können, die Quagga-Muschel einzudämmen. Auf Grundlage der Ergebnisse könnten diese Fischarten künftig gezielt gefördert werden, zum Beispiel durch Schutzmaßnahmen.
Bedrohung für das Öko-System Bodensee Bodensee-Konferenz will Quagga-Muschel bekämpfen
Die Internationale Bodensee-Konferenz will verstärkt gegen die Ausbreitung der Quagga-Muschel im Bodensee vorgehen. Dazu soll ein Forschungsprojekt auf den Weg gebracht werden.
Quagga-Muschel bedroht das Ökosystem im Bodensee
Die invasive Muschelart breitet sich nach Angaben des NABU seit rund zehn Jahren im Bodensee aus. Sie vermehrt sich stark, setzt sich an Rohren und Bootsrümpfen fest und filtert große Mengen Plankton aus dem Wasser, was Auswirkungen auf die Nahrungskette und die heimische Fischpopulation haben könnte.
Die Muscheln machen nicht nur dem Ökosystem zu schaffen, sie verstopfen auch die Leitungen der Bodensee-Wasserwerke, die Trinkwasser für Millionen Menschen liefern. Die Larven der Quagga-Muscheln schwimmen laut der Bodensee-Wasserversorgung in die Leitungen und setzen sich als Muscheln auf und in den Entnahmeleitungen und Förderanlagen fest. Einfluss auf die Qualität des Wassers haben die Eindringlinge demnach nicht.