Von der Asphaltfläche zum Wohnquartier

Parkhaus mit Wohnungen: Neue Lösung für das Döbele in der Konstanzer Innenstadt?

Der Döbele-Parkplatz in der Konstanzer Innenstadt steht vor einer Weichenstellung. Bald soll entschieden werden, wie das neue Parkhaus aussehen soll. Fest steht bereits: 250 neue Wohnungen werden gebaut.

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Von Autor/in Friederike Fiehler

Das Döbele-Areal in der Konstanzer Innenstadt steht vor einem grundlegenden Wandel. Seit 2021 ist klar: Der größte Parkplatz der Innenstadt soll einem neuen Wohnquartier weichen. Doch die Frage, wie die dringend benötigten 500 Parkplätze entstehen könnten, ist weiter ungelöst.

Am 7. Mai werden nun drei mögliche Parkhaus-Varianten im Gestaltungsbeirat der Stadt vorgestellt. Zwei davon setzen auf ein klassisches Parkhaus. Diese Lösungen wären großvolumig – rund 25 Meter hoch – und nur mit aufwendigen Tiefbauarbeiten realisierbar. Der Baugrund am Döbele sei jedoch schwierig, so die Planer.

Die bevorzugte Variante der Planer sieht ein sogenanntes "Mobilitätshaus" vor: Ein Gebäudekomplex mit Geschäften im Erdgeschoss, darüber Parkflächen und auf dem Dach Wohnungen. Die Idee erinnert an bestehende Modelle wie am Zähringerplatz.

"Der Weg zum Wohnen führt übers Parken."

Wohnen auf dem Parkhaus: Das neue "Mobilitätshaus"

Die kombinierte Park-und-Wohn-Lösung gilt derzeit als realistischer Kompromiss, so die Planer. Sie biete unter anderem Platz für Geschäfte, Paketstationen, Mobilitätspunkte und rund 500 Stellplätze. Auf dem Dach sollen Wohnungen entstehen.

Diese Variante berücksichtige auch Anregungen der Anwohnerschaft, die im Vorfeld in den Planungsprozess eingebunden wurde, so die Verantwortlichen. Durch den Mix aus Parken, Wohnen und Versorgung entstehe ein multifunktionaler Stadtraum, der urbane Bedürfnisse auf engem Raum verbinde.

Noch handelt es sich um einen Vorentwurf. Eine endgültige Entscheidung trifft der Gemeinderat. Wann das sein wird, entscheidet der Technische- und Umweltausschuss am 27. Mai.

Parkende Autos auf dem Döbele in Konstanz.
Noch steht hier Blech an Blech – künftig soll das Döbele Platz zum Leben und Begegnen bieten. Friederike Fiehler Bild in Detailansicht öffnen
Grüner Baumbestand am Rand des Döbele in Konstanz.
Der alte Baumbestand am Döbele soll geschützt und ins neue Quartier integriert werden. Friederike Fiehler Bild in Detailansicht öffnen
Geplanter Brückenübergang für Fußgänger und Radfahrer am Döbele in Konstanz.
Eine etwa vier Meter breite Brücke soll den Trampelpfad nach Kreuzlingen offiziell ersetzen. Friederike Fiehler Bild in Detailansicht öffnen
Bauplatz der künftigen Grenzbrücke am Döbele.
Hier soll der geplante Grenzübergang entstehen. Er ist bereits mit fünf Ministerien abgestimmt. Friederike Fiehler Bild in Detailansicht öffnen
Konstanzer Platanen auf dem Döbele, die erhalten bleiben.
40 Jahre alte Bäume bleiben bestehen – das grüne Bild des Areals soll erhalten bleiben. Friederike Fiehler Bild in Detailansicht öffnen

Döbele: Hochwasserschutz, neue Wege und alte Bäume

Nicht nur Wohnen und Parken stehen beim Döbele-Areal im Fokus. Die geplante Umgestaltung des Döbele-Areals soll auch städtebauliche und ökologische Aspekte berücksichtigen, so die Planer. Die Straße entlang des Grenzbachs werde angehoben, um das Areal vor einem 300-jährigen Hochwasser zu schützen.

Der heutige Kreisverkehr werde zu einer T-Kreuzung umgebaut. Ein neuer Fuß- und Radweg soll eine Verbindung nach Kreuzlingen schaffen – als vier Meter breite Brücke. "Eine Art neuer Grenzübegang", so Friedrichs. Die alten Platanen, die aktuell das Döbele-Arel umranden, bleiben erhalten. Auch ein Regenkonzept, ein Lärmgutachten und Umweltprüfungen sind in Arbeit.

Zeitplan Döbele: Wann beginnt der Umbau?

Bevor gebaut werden kann, muss der Konstanzer Bahnhofsvorplatz fertiggestellt sein. Das sei frühestens 2026 der Fall, so die Planer. Dann werde zunächst die Straße am Grenzbach erhöht – als erste Maßnahme im Gesamtprojekt.

Ob Parkhaus und Wohnungen im Anschluss gleichzeitig entstehen oder nacheinander, ist noch offen. Klar ist: Der Umbau des Döbele wird Jahre dauern. Ein konkreter Fertigstellungstermin steht noch nicht fest.

Insgesamt sollen auf dem Döbele-Areal rund 250 neue Wohnungen entstehen – die Hälfte davon staatlich gefördert, damit der Wohnraum bezahlbar bleibt.

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