Das Döbele-Areal in der Konstanzer Innenstadt steht vor einem grundlegenden Wandel. Seit 2021 ist klar: Der größte Parkplatz der Innenstadt soll einem neuen Wohnquartier weichen. Doch die Frage, wie die dringend benötigten 500 Parkplätze entstehen könnten, ist weiter ungelöst.
Am 7. Mai werden nun drei mögliche Parkhaus-Varianten im Gestaltungsbeirat der Stadt vorgestellt. Zwei davon setzen auf ein klassisches Parkhaus. Diese Lösungen wären großvolumig – rund 25 Meter hoch – und nur mit aufwendigen Tiefbauarbeiten realisierbar. Der Baugrund am Döbele sei jedoch schwierig, so die Planer.
Die bevorzugte Variante der Planer sieht ein sogenanntes "Mobilitätshaus" vor: Ein Gebäudekomplex mit Geschäften im Erdgeschoss, darüber Parkflächen und auf dem Dach Wohnungen. Die Idee erinnert an bestehende Modelle wie am Zähringerplatz.
"Der Weg zum Wohnen führt übers Parken."
Wohnen auf dem Parkhaus: Das neue "Mobilitätshaus"
Die kombinierte Park-und-Wohn-Lösung gilt derzeit als realistischer Kompromiss, so die Planer. Sie biete unter anderem Platz für Geschäfte, Paketstationen, Mobilitätspunkte und rund 500 Stellplätze. Auf dem Dach sollen Wohnungen entstehen.
Diese Variante berücksichtige auch Anregungen der Anwohnerschaft, die im Vorfeld in den Planungsprozess eingebunden wurde, so die Verantwortlichen. Durch den Mix aus Parken, Wohnen und Versorgung entstehe ein multifunktionaler Stadtraum, der urbane Bedürfnisse auf engem Raum verbinde.
Noch handelt es sich um einen Vorentwurf. Eine endgültige Entscheidung trifft der Gemeinderat. Wann das sein wird, entscheidet der Technische- und Umweltausschuss am 27. Mai.
Döbele: Hochwasserschutz, neue Wege und alte Bäume
Nicht nur Wohnen und Parken stehen beim Döbele-Areal im Fokus. Die geplante Umgestaltung des Döbele-Areals soll auch städtebauliche und ökologische Aspekte berücksichtigen, so die Planer. Die Straße entlang des Grenzbachs werde angehoben, um das Areal vor einem 300-jährigen Hochwasser zu schützen.
Der heutige Kreisverkehr werde zu einer T-Kreuzung umgebaut. Ein neuer Fuß- und Radweg soll eine Verbindung nach Kreuzlingen schaffen – als vier Meter breite Brücke. "Eine Art neuer Grenzübegang", so Friedrichs. Die alten Platanen, die aktuell das Döbele-Arel umranden, bleiben erhalten. Auch ein Regenkonzept, ein Lärmgutachten und Umweltprüfungen sind in Arbeit.
Zeitplan Döbele: Wann beginnt der Umbau?
Bevor gebaut werden kann, muss der Konstanzer Bahnhofsvorplatz fertiggestellt sein. Das sei frühestens 2026 der Fall, so die Planer. Dann werde zunächst die Straße am Grenzbach erhöht – als erste Maßnahme im Gesamtprojekt.
Ob Parkhaus und Wohnungen im Anschluss gleichzeitig entstehen oder nacheinander, ist noch offen. Klar ist: Der Umbau des Döbele wird Jahre dauern. Ein konkreter Fertigstellungstermin steht noch nicht fest.
Insgesamt sollen auf dem Döbele-Areal rund 250 neue Wohnungen entstehen – die Hälfte davon staatlich gefördert, damit der Wohnraum bezahlbar bleibt.