Mehr als 20 Boote haben dieses Jahr an der Pilgerfahrt über den Bodensee von Moos nach Radolfzell (beides Kreis Konstanz) teilgenommen. Die Ruderboote waren mit selbst gemachten Bögen aus Eichenlaub und Blumen geschmückt. Am frühen Morgen gab es eine Andacht in Moos - danach stiegen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in die Boote und ruderten nach Radolfzell.
Größere Boote für Pilger und auch Zuschauer begleiteten die Ruderboote. Am Radolfzeller Ufer angekommen, bereiteten viele Schaulustige den Wallfahrern einen großen Empfang. Danach zogen die Menschen zum Radolfzeller Münster, um den Rest des Tages gemeinsam zu feiern.
Kleine Änderungen wegen des Niedrigwassers
Die beiden größeren Passagierschiffe, die "MS Alet" aus Allensbach und die "MS Seestern" aus Gaienhofen, legten nicht in Moos, sondern im Mooser Ortsteil Iznang ab. Das war laut Organisatorin Angela Kunze, Sekretärin des Mooser Bürgermeisters Patrick Krauss, auch schon in den vergangenen Jahren so - entweder wegen Hoch- oder Niedrigwassers. An Bord der Passagierschiffe waren Pilger und Zuschauer.
Die anderen über 20 Ruderboote und Weidlinge, Flachboote mit Stehruder, könnten in Moos ablegen. Allerdings würden sie wegen des Niedrigwassers in Radolfzell den Strand wohl rund zehn Meter früher als sonst erreichen, sagte Angela Kunze einige Tage vor der Wasserprozession. Beim Anlanden am Radolfzeller Strand sollten Mitarbeitende des Technischen Hilfswerks helfen.
Niedrigwasser gehört zum normalen Tagesgeschäft
Für den Mooser Hafenmeister Michael Lehmann ist der niedrige Wasserstand nichts Besonderes. Zwar sei es für die Jahreszeit schon wenig Wasser, aber er sei es gewohnt, mit Extremsituationen am Bodensee zurechtzukommen. Vor rund drei Jahren sei der Mooser Hafen ausgebaggert worden, sagt Lehmann. Darum sei bei Niedrigwasser nun der Wasserstand im Hafen ungefähr so wie davor.
Mal haben wir viel Wasser, mal wenig. Das ist für uns jedes Jahr normales Tagesgeschäft.
Schiff mit Bürgermeister und Landrat legt im Radolfzeller Hafen an
Das Schiff "Johanna" ist für ungefähr 20 Personen ausgelegt. An Bord waren Höri-Pfarrer Ekkehard Baumgarter, der Mooser Bürgermeister Patrick Krauss, Landrat Zeno Danner und Gemeinderäte. Aufgrund des höheren Tiefgangs des Schiffes konnte es nicht wie die anderen kleineren Boote am Radolfzeller Strand anlegen. Das Schiff "Johanna" musste vielmehr im Radolfzeller Hafen festmachen. Das sei früher auch schon mal so üblich gewesen. In diesem Jahr sei es wegen des Niedrigwassers nötig, Kunze.
1959 kommentierte Otto Ernst Sutter die Wasser-Prozession von Moos nach Radolfzell am Bodensee:
Mit der Prozession lösen die Pilger aus Moos jedes Jahr ein Gelübde ein. Im 18. Jahrhundert waren sie von einer verheerenden Viehseuche verschont geblieben und gelobten, alljährlich am Hausherrenmontag nach Radolfzell zu pilgern und den Stadtpatronen Theopont, Senesius und Zeno für ihre Hilfe zu danken. Laut der Gemeinde Moos ist die Pilgerreise 1926 auf das Wasser verlegt worden. Die Mooser Wasserprozession feiert in diesem Jahr also ihr 100-jähriges Bestehen.
Hausherrenfest: Radolfzell feiert seine Stadtpatrone
In Radolfzell im Kreis Konstanz wird schon seit Freitag das traditionelle Hausherrenfest gefeiert. Es sind die höchsten Feiertage der Stadt Radolfzell. Sie erinnern an die drei Heiligen Theopont, Senesius und Zeno, deren Reliquien im Radolfzeller Münster verehrt und am Sonntag in einer Prozession durch die Altstadt getragen wurden.
Wegen des Finales der Fußball-Weltmeisterschaft am Sonntag kommt es in diesem Jahr zu Programmänderungen: So findet laut der Stadt Radolfzell das traditionelle Feuerwerk, das Segeldefilee und der Gondelkorso statt am Sonntag am Montagabend statt. Mit dem Hausherrenmontag endet das Radolfzeller Hausherrenfest.