Der Autozulieferer ZF Friedrichshafen steckt in der Krise, Rolls-Royce Power Systems in Friedrichshafen braucht hingegen dringend Mitarbeiter. Deshalb verleiht ZF seit vergangener Woche Mitarbeiter an Rolls-Royce Power System.
Gleiche Arbeitsbedingungen für ZF-Mitarbeiter bei Motorenbauer
Zunächst handelt es sich laut ZF-Betriebsrat um elf Mitarbeiter, die Maschinen bedienen. Es seien Kollegen mit befristeten Arbeitsverträgen angesprochen worden. Die Dauer ihres Einsatzes richte sich dann auch nach der Dauer ihrer Befristung. Die betroffenen ZF-Mitarbeiter sollen keine Nachteile haben und bei Rolls-Royce Power Systems zu gleichen Bedingungen beschäftigt werden, so ein Sprecher des ZF-Betriebsrats. Das regele der "Tarifvertrag zum Regionalen Personeneinsatz".
Unternehmen treffen Job-Abkommen Rolls-Royce Power Systems in Friedrichshafen leiht Mitarbeiter von ZF
2024 war für Rolls-Royce Power Systems in Friedrichshafen mit der Marke MTU ein Rekordjahr. Davon profitieren jetzt auch Mitarbeiter des angeschlagenen Autozulieferers ZF.
Noch sei es zu früh, die Situation zu bewerten. Es hätten bereits Ingenieure und Entwickler Interesse an einer Mitarbeit bei Rolls-Royce Power Systems angemeldet, so der Sprecher des ZF-Betriebsrats. Besonders aus dem Bereich Z, der in Friedrichshafen für Forschung, Entwicklung und Unternehmensführung zuständig ist. Der Bereich ist besonders von der Krise bei ZF betroffen.
ZF-Betriebsratsvorsitzender Dietrich: Mitarbeiterverleih "keine Einbahnstraße"
Achim Dietrich, der Gesamtbetriebsratsvorsitzende von ZF, sagte gegenüber dem SWR, dass auch Rolls-Royce Power Systems Interesse an weiteren ZF-Mitarbeitern habe. Wegen der Kurzarbeit in den Bereichen Forschung und Entwicklung bei ZF gebe es dort derzeit zu viele Beschäftigte. Für diese sei es gut, wenn sie zeitweise bei Rolls-Royce Power Systems arbeiten könnten. Dietrich kann sich vorstellen, dass aber auch Rolls-Royce Power Systems auch mal Mitarbeitende an ZF Friedrichshafen verleihen könnte.
Das ist sicherlich keine Einbahnstraße, sondern es gibt auch Phasen, wo es dann auch andersherum ist.
Es könnte sein, so Dietrich, dass Rolls-Royce Power Systems irgendwann mal Überhänge hätte. Derzeit sei es aber so, dass ZF viele Mitarbeiter habe, die man nicht beschäftigen könnte. Daher sei man Rolls-Royce Power Systems dankbar, dass sie ZF-Mitarbeiter, die das Unternehmen dringend brauche, weiter beschäftige.
Laut einem Sprecher der ZF-Konzernleitung muss geschaut werden, welche Mitarbeiter-Profile für das andere Unternehmen passen. Rolls-Royce Power Systems hatte auf SWR-Anfrage keine weiteren Details zu dem Leihprogramm mit ZF genannt.