Nach einem Hochwasser am Donnerstag bleibt der Zugverkehr zwischen Ludwigshafen und Radolfzell am Bodensee weiter beeinträchtigt. Noch immer gibt es auf der Strecke im Kreis Konstanz Unwetterschäden, die die Deutsche Bahn beseitigen muss. Mindestens bis in die Nacht auf Mittwoch bleibt der Zugverkehr deshalb gestört. Laut Deutscher Bahn soll es weiterhin einen Ersatzverkehr mit Bussen geben - zwischen Ludwigshafen und Radolfzell mit Zwischenhalt in Stahringen.
Betroffen von der Sperrung sind mehrere Verbindungen: Regionalzüge aus Ulm Richtung Basel fahren nur bis Friedrichshafen. Züge der Bodenseegürtelbahn in Richtung Radolfzell beginnen und enden in Ludwigshafen. Und die Züge auf der Seehäsle-Verbindung zwischen Radolfzell und Stockach beginnen und enden in Stahringen.
Trinkwasser wird vorsorglich gechlort
Der Starkregen vom Mittwoch und Donnerstag könnte zu einer Verunreinigung des Trinkwassers an einem Tiefbrunnen in Radolfzell geführt haben. Laut Stadt wurde der Trinkbrunnen vorsorglich außer Betrieb genommen worden. Außerdem werde das Trinkwassernetz in der Kernstadt von Radolfzell und in Markelfingen übers Wochenende gechlort - ebenfalls vorsorglich, bis die Analysen des Wassers vorliegen. Das hatte das Gesundheitsamt gefordert. Das Trinkwasser sei unbedenklich, es könne nur etwas anders riechen oder schmecken.
Wegen überfluteter Straßen und vollgelaufener Keller waren Feuerwehren am Donnerstag am Bodensee mehr als hundert Mal ausgerückt. Allein in Radolfzell verzeichneten die Einsatzkräfte nach starken Regenfällen mehr als 70 Einsätze, wie ein Feuerwehrsprecher mitteilte. "Hier ist Land unter", sagte er.
Schon am Donnerstagvormittag wurde die Landesstraße 220 in Böhringen bei Radolfzell wegen Überschwemmung in beide Richtungen gesperrt. Auch die Landesstraße 192 nach Moos auf der Höri und die Verbindung zwischen Liggeringen und Bodman sowie die Straße zwischen Markelfingen und Allensbach sind gesperrt.
Feuerwehr brauchte Hilfe vom THW
In der Gemeinde Moos (Kreis Konstanz) rückte die Feuerwehr einer Sprecherin nach am Donnerstag zu mehr als 30 Einsätzen aus. Dort sei das Technische Hilfswerk (THW) zur Hilfe geholt worden. "Wir hatten heute richtig Starkregen, der Boden fängt das irgendwann nicht mehr auf", so die Sprecherin weiter. Überflutete Straßen und vollgelaufene Keller seien das Ergebnis gewesen. Sogar vor dem Feuerwehrhaus der rund 3.000-Einwohner Gemeinde lief das Wasser.
Auch in Südbaden haben Unwetter vereinzelt zu überfluteten Kellern und umgestürzten Bäumen geführt. An einigen Stellen fiel so viel Regen wie eigentlich im gesamten August. Die Feuerwehr rückte nach eigenen Angaben im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald allein bis zum Donnerstagnachmittag rund 30 mal aus. Die Unwetterwarnung vor extrem heftigen Starkregen in Teilen der Regierungsbezirke Freiburg und Tübingen wurde am Abend aufgehoben.
Kräftige Gewitter und Starkregen Unwetter in Südbaden: So viel Regen wie sonst im ganzen Monat
Innerhalb kurzer Zeit ist in Südbaden viel Regen gefallen. An manchen Stellen war es so viel Niederschlag wie sonst im gesamten Monat. Vereinzelt wurden Keller überflutet.
DWD: Vereinzelt 100 Liter pro Quadratmeter möglich
Der Deutsche Wetterdienst rechnete noch bis Donnerstgabend mit Starkregen in Oberschwaben, am Bodensee und in Südbaden. Lokal konnten durch gewittrigen Starkregen 50 Liter pro Quadratmeter und Stunde niedergehen. Vereinzelt könnten so bis zu 100 Liter pro Quadratmeter zusammenkommen - ein extrem hoher Wert, sagte der DWD.
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Regen hat in der Nacht auf Freitag nachgelassen
Der Freitag bringt einen Mix aus Sonne und Quellwolken bei etwas frischeren Temperaturen von 18 Grad im Nordschwarzwald und 24 Grad am Rhein.
Der Start des Wochenendes zeigt sich eher durchwachsen. Am Samstag dominieren Wolken, doch Regen ist nur selten dabei. Mit 16 bis 22 Grad und frischen Nordwestböen bleibt es spürbar kühler als zuletzt.