Die Polizei gibt Entwarnung an der Realschule Öhringen (Hohenlohekreis). Dort wurde eine Amokdrohung an die Wand einer Mädchentoilette geschmiert. Inzwischen ist klar, es handelt sich tatsächlich um einen Trend in den sozialen Medien. Die Urheber sind der Polizei nun bekannt. Gefahr bestand demnach wohl zu keiner Zeit.
Amokdrohung in Realschule Öhringen war Fake: Polizei ermittelt Urheber
Wie die Polizei bestätigt, sei der Fall "vollständig aufgeklärt". Diejenigen, die die Drohung mit einem Stift in einer Schultoilette aufgeschriebenen hatten, seien demnach gefunden worden. Von ihnen gehe keine Amokgefahr aus. Weitere Details nennt die Polizei aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes nicht. Die Schulleitung ist informiert.
Zuvor hatte bereits das Schulamt Künzelsau (Hohenlohekreis) dem SWR gemeldet, dass der Fall aufgeklärt sei. Die Schulleitung selbst wollte sich am Freitagvormittag nicht äußern. Vor Ort zeigte sich ein ruhiges Bild: Kein großes Polizeiaufgebot und auch keine verängstigten Schüler.
Grundsätzlich stellt das Androhen einer Amok-Tat eine Straftat dar, die mit bis zu drei Jahren Haft oder Geldstrafe bestraft werden kann. Ein Polizeieinsatz infolge einer solchen Drohung kann zudem teuer werden.
Verdacht der Polizei bestätigt: Verbindung zu TikTok-Trend
In der Drohung war für die Amoktat ein konkretes Datum genannt worden - der kommende Montag, 20. Oktober. Laut Polizei sollten an diesem Tag Einsatzkräfte vor Ort sein. "Wir haben die Schule im Blick", so die Sprecherin am Freitagmorgen, bevor der Fall aufgeklärt wurde. Schon da hätten keine Hinweise auf eine reale Gefahr vorgelegen, dennoch habe man den Fall sehr ernst genommen.
Schon am Morgen ging Polizei nach "eindringlicher Prüfung" davon aus, dass der Vorfall mit einem bundesweiten TikTok-Trend zusammenhängt. Dabei verbreiten Jugendliche anonym Amokdrohungen an Schulen. Ziel solcher "Challenges" sei es offenbar, Aufmerksamkeit zu erregen und möglicherweise schulfrei zu provozieren.
Amokdrohungen an Schulen: Auch Bildungszentrum Bretzfeld war betroffen
Es ist auch nicht das erste Mal in der Region Heilbronn-Franken, dass es zu solchen Drohungen kommt. Ähnliches ist auch am Bildungszentrum in Bretzfeld (ebenfalls Hohenlohekreis) passiert. Auch dort wurden im vergangenen Monat Schmierereien entdeckt, die sich später als haltlos herausstellten.
Die Schulleitung vermutet gegenüber dem SWR, dass die Drohung damals auch nicht von Schülerinnen oder Schülern des Bildungszentrums ausgegangen war. Anders als in Öhringen sei dort die Drohung vor dem Schulgebäude entdeckt worden.
Dort würden sich laut Schulleiter Frank Eber vor allem abends Jugendliche und junge Erwachsene treffen, die nicht zur Schule gehörten. Ob die Drohung aber wirklich von denen ausgegangen war, ist bis heute unklar. Die Täterinnen oder Täter konnten bislang nicht ermittelt werden. Allerdings betont Eber, habe sich die Drohung in Bretzfeld schnell in den sozialen Medien verbreitet. In Norddeutschland habe es zu dieser Zeit sehr viele solcher Fälle gegeben, so der Schulleiter weiter.