Erste Hilfe als Unterrichtsfach gefordert

Positivbeispiel Neuenstein: Wenn der Sitznachbar Leben rettet

Das Jugendrotkreuz fordert verpflichtende Erste-Hilfe-Kurse an Schulen, auch das DRK Heilbronn unterstützt die Forderung. Ein gutes Beispiel ist die Gemeinschaftsschule Neuenstein.

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Von Autor/in Jan Arnecke

Im Ernstfall können Sekunden entscheidend sein. Das Jugendrotkreuz (JRK) fordert deshalb Erste Hilfe als Unterrichtsfach ab der 7. Klasse - mit zwei Stunden pro Jahr und jährlicher Wiederholung. Auch das Deutsche Rote Kreuz (DRK) Heilbronn befürwortet die Forderung: Man könne nie früh genug anfangen.

Ein gutes Beispiel stellt die Gemeinschaftsschule Neuenstein (Hohenlohekreis) dar. Dort gibt es 67 Schulsanitäterinnen und Sanitäter.

Erste-Hilfe-Kenntnisse sollten alle zwei Jahre aufgefrischt werden

Wie Stefan Wolf, der stellvertretende Geschäftsführer beim DRK Heilbronn, dem SWR schildert, liege der letzte besuchte Erste-Hilfe-Kurs bei Erwachsenen oftmals viele Jahre zurück - nämlich dann, wenn sie den Führerschein gemacht haben. Das DRK empfiehlt aber alle zwei Jahre eine Wiederholung. Oft hätten die Leute Hemmungen, Scheu, Berührungsängste, erklärt Wolf. Das regelmäßige Üben helfe dabei, die zu verlieren, was im Ernstfall Leben retten kann.

Schulsanitäter in Neuenstein zeigen, dass Erste Hilfe auch in der Schule wichtig ist

Dass man nie früh genug anfangen kann, betonen auch die Schülerinnen und Schüler an der Gemeinschaftsschule Neuenstein (Hohenlohekreis). 67 Schulsanitäterinnen und Sanitäter bei rund 700 Schülerinnen und Schülern - das ist eine extrem gute Quote. Und hier zeigt sich auch, dass das Thema an Schulen gut aufgehoben ist - auch schon in der 7. Klasse. Die Schulsanitäterinnen und Sanitäter sind zwischen 10 und 17 Jahren alt.

Sie sind dabei nicht nur im Schulgebäude bei Schürf- oder Schnittwunden und Kreislaufproblemen im Einsatz. Erst vor Kurzem, berichtet die 16-jährige Schulsanitäterin Vivien Maier, hätten Sie einen Unfall vor der Schule mitbekommen, den Notruf abgesetzt, eine Frau aus dem Auto geholt und die Verletzten versorgt, bis die Rettungskräfte da waren.

Ersthelfer für den Zivilcouragepreis vorgeschlagen

Das beherztes Eingreifen Leben retten kann, zeigen auch zwei weitere Beispiele aus der Region. Mitte Mai haben zwei Männer in Neckarsulm (Kreis Heilbronn) einen bewusstlosen Autofahrer gerettet und bis zum Eintreffen der Rettungskräfte Erste Hilfe geleistet. Im Februar haben zwei Brüder in Künzelsau (Hohenlohekreis) eine 93-Jährige vor dem Ertrinken im Kocher gerettet.

Sie alle wurden von der Polizei in ihrem jeweiligen Landkreis für den diesjährigen Zivilcouragepreis vorgeschlagen. Solche Positivbeispiele müsse man ganz groß machen, sagen auch die Beamten. Denn auch sie spüren die Hemmungen und Ängste. Oft würden die Menschen in einer Notsituation deshalb zu wenig oder gar nichts tun. Doch alleine den Notruf abzusetzen, könne schon über Leben und Tod entscheiden.

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