Gerüchte verbreiten sich in sozialen Medien

Angst in Eltern-Chats: Gab es eine versuchte Kindesentführung in Heilbronn? Polizei warnt vor Falschmeldung

In Heilbronn hat das Gerücht einer Entführung eines Mädchens für Angst gesorgt. Jetzt stellt die Polizei klar: Es gab keinen Vorfall. Sie warnt vor Panikmache und Falschmeldungen.

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Von Autor/in Ulrike Schirmer

Rasend schnell hat das Gerücht in den vergangenen Tagen die Runde gemacht und viele Eltern verunsichert: In Chatgruppen kursierte die Behauptung, ein Mann habe Anfang der Woche versucht, ein Mädchen aus der Toilette einer Grundschule in Heilbronn-Böckingen zu entführen. Die Nachrichten wurden weiter geteilt - auch über die Grenzen der betroffenen Schule hinaus. Jetzt stellt die Polizei klar: Eine versuchte Kindesentführung hat es nicht gegeben.

Polizei ermittelt und warnt vor Panikmache

Wie das Polizeipräsidium Heilbronn mitteilt, wurde der geschilderte Sachverhalt ernst genommen und überprüft. Die Ermittlungen hätten jedoch eindeutig ergeben, dass weder eine versuchte Entführung noch eine andere Straftat in diesem Zusammenhang stattgefunden hat.

Damit widerspricht die Polizei den kursierenden Behauptungen deutlich. Gleichzeitig appelliert sie an die Bevölkerung, nicht verifizierte Meldungen nicht ungeprüft weiterzuleiten. Gerade bei sensiblen Themen wie der Sicherheit von Kindern könnten Falschmeldungen schnell Angst und Unsicherheit auslösen, so die Polizei.

Kindesentführung in Heilbronn? Eltern besorgt

Und so war es auch: Mehrere besorgte Mütter und Väter berichteten, dass die Informationen in Gruppen geteilt wurden. Demnach sei der angebliche Entführer dem Mädchen im Schulgebäude zur Toilette gefolgt und habe sie mit der Aussage, ihre Mutter würde draußen auf sie warten, aus der Schule gelockt. Als die Zweitklässlerin die Mutter nicht entdecken konnte, bekam sie Angst und lief nach Hause.

Eine Mutter sagte im SWR-Interview, sie habe es von einer Freundin erfahren, die die Mutter des Mädchens anschließend zur Schule begleitete. Das Kind habe zunächst behauptet, der Vorfall habe sich so zugetragen. Später soll das Mädchen dann zugegeben haben, sie habe sich die Geschichte nur ausgedacht.

Man habe mit dem Teilen keine Panik auslösen wollen, erklärte die Frau. Trotzdem sei es aus ihrer Sicht wichtig, sich auszutauschen - auch um andere Eltern zu warnen. "Ob es nun stimmt oder nicht", so die Mutter, sei es zumindest richtig gewesen, Kinder und Eltern zu sensibilisieren, vorsichtig zu sein.

Ein Handy mit einem geöffneten Chat, davor der Screenshot der Polizei: Die warnt aktuell über eine Falschmeldung zur einer angeblichen Kindesentführung in Heilbronn
Besorgte Eltern hatten sich in Chatgruppen über die angebliche Kindesentführung in Heilbronn ausgetauscht. Die Polizei warnt aber aktuell: Es handelte sich um eine Falschmeldung.

Immer wieder kursieren Falschmeldungen im Netz

Auch die Polizei betont: Trotz der Falschmeldungen sollen Bürgerinnen und Bürger weiterhin Auffälligkeiten umgehend melden - allerdings direkt bei der Polizei und nicht zuerst in sozialen Netzwerken oder Chatgruppen. Außerdem appelliert die Polizei an alle, Falschmeldungen und unbestätigte Gerüchte nicht weiter zu teilen.

Es sei auch nicht das erste Mal, dass so etwas vorkomme, erklärt eine Polzeisprecherin. Zuletzt waren es Gerüchte über weiße Transporter, von denen aus sollen Kinder angesprochen und entführt worden seien. Auch an diesen Behauptungen sei nichts dran gewesen.

Die Polizei weist darauf hin, dass das Vortäuschen einer Straftat selbst eine Straftat ist. Ob das jetzt aber auch in dem aktuellen Fall aus Heilbronn-Böckingen so zutrifft, müsse erst noch ermittelt werden, heißt es.

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