Der Autobauer Audi mit einem Werk in Neckarsulm (Kreis Heilbronn) hat im ersten Halbjahr 2025 weiterhin mit einem Rückgang der Absatzzahlen zu kämpfen. Besonders in China und den USA verzeichnet das Unternehmen Einbußen. Doch ein Bereich sticht positiv hervor: Die Verkäufe reiner Elektroautos stiegen um 32 Prozent auf über 101.000 ausgelieferte Fahrzeuge. Fast drei Viertel der E-Autos wurden in Deutschland und Europa verkauft. Positive Nachrichten gibt es auch für das Neckarsulmer Werk: Die dort gebauten Modelle scheinen bei den Kundinnen und Kunden beliebt zu sein.
Wie die Deutsche Presseagentur (DPA) schreibt, sei mit dem Anstieg beim Verkauf von Elektroautos erneut die psychologisch wichtige Marke von 100.000 Stromern überschritten worden, vor allem dank starker Nachfrage in Deutschland und Europa. Weltweit brachen die Absatzzahlen bei Audi im ersten Halbjahr 2025 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum insgesamt um rund 6 Prozent ein.
Weltgrößter E-Automarkt: Rückgang in China belastet Audi-Bilanz
Auch auf dem europäischen Markt muss Audi ein leichtes Minus von insgesamt rund 4 Prozent weniger hinnehmen. Dass das Minus hier geringer ausfällt als weltweit, liegt am deutschen Markt. Hier blieben die Verkaufszahlen beim Autohersteller mit einem kleinen Plus in etwa gleich. In China jedoch verlor Audi rund 10 Prozent, bei E-Autos sogar fast ein Viertel. Nicht einmal 8.000 sogenannte Stromer konnte Audi dort an den Mann bringen - ein Zeichen des harten Wettbewerbs auf dem weltgrößten E-Automarkt.
Auch in Nordamerika gingen die Verkäufe aller Modelle um 9 Prozent zurück. "Herausfordernde wirtschaftliche Rahmenbedingungen und ein unsicheres Förderumfeld sorgten in einigen Märkten für eine gewisse Kaufzurückhaltung, vor allem bei vollelektrischen Fahrzeugen", teilt ein Audi-Sprecher auf SWR-Anfrage mit.
Dennoch sieht Audi Potenzial: Mit neuen Modellen und einem gestärkten Elektro-Portfolio will der Konzern im zweiten Halbjahr die Situation verbessern.
Gestiegene Auslastung Run auf neue Modelle: Audi fährt in Neckarsulm Extraschichten
Die Nachfrage nach den neuen Modellen sorgt im Audi-Werk Neckarsulm für Hochbetrieb. Seit Juni wird dort nicht nur im Drei-Schicht-Modell gearbeitet, sondern auch an Wochenenden.
Audi-Modelle aus Neckarsulm besonders beliebt
Unter anderem geht es dabei um den neuen Audi A5, der im Neckarsulmer Werk produziert wird. Unter anderem der scheint bei den Kundinnen und Kunden besonders gut anzukommen. Im ersten Halbjahr 2025 wurden rund 82.000 in Neckarsulm gefertigte Modelle ausgeliefert. Das seien im Vergleich zum Vorjahreszeitraum rund 50 Prozent mehr, so ein Unternehmenssprecher auf SWR-Anfrage. Dieser Anstieg geht den Zahlen zufolge eben vor allem auf den neuen Audi A5 zurück, von dem im den ersten sechs Monaten des Jahres mehr als 36.000 Autos verkauft wurden.
Zuletzt hatte Audi eine Modelloffensive gestartet und angekündigt, bis Ende dieses Jahres 20 neue Modelle auf den Markt zu bringen, darunter mehr als zehn vollelektrische Fahrzeuge. In Neckarsulm sind mit dem A5 und A6 zuletzt zwei neue Verbrenner-Modelle erfolgreich angelaufen.
Verlängerung des Verbrenners sorgte in Neckarsulm für Aufatmen
In Neckarsulm werden aktuell sowohl Verbrenner wie auch E-Autos gebaut. Allerdings liegt der Fokus bei der Elektromobilität vor allem auf Ingolstadt. Die Nachricht, dass Audi länger als bislang geplant am Verbrenner festhalten will, sorgte in Neckarsulm erst einmal für positive Reaktionen beim dortigen Betriebsrat.
Besonders begrüßt wurde damals, dass neben der Produktion von Verbrennungsmotoren künftig auch Elektromodelle parallel gefertigt werden sollen. Dadurch sei das Werk breit aufgestellt und könne flexibel auf Marktveränderungen sowie Kundenwünsche reagieren.
Dass das Neckarsulmer Werk bei den ersten Halbjahreszahlen 2025 so positiv hervorsticht, dürfte dort ebenso positiv aufgenommen werden.
Absatz bei Audi sinkt: Stellenabbau von 7.500 Arbeitsplätzen geplant
Auch bei den Betriebsversammlungen in Ingolstadt und Neckarsulm in der vorherigen Woche waren die wirtschaftliche Lage des Unternehmens und deren Folgen Thema. Insgesamt sollen bei dem Autohersteller 7.500 Stellen abgebaut werden - auch im Neckarsulmer Werk.