Großeinsatz von Polizei und Feuerwehr ausgelöst

Nach Bedrohung an Boxberger Schule: Kein Ermittlungsverfahren gegen Jugendlichen

Der Polizei-Großeinsatz wegen Bedrohung an einer Schule in Boxberg bleibt ohne strafrechtliche Konsequenzen für einen Schüler. Es gibt kein Ermittlungsverfahren.

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Stand

Nach einem Großeinsatz vor rund drei Wochen in der Verbundschule Boxberg (Main-Tauber-Kreis) von Polizei und Rettungskräften kommt ein Jugendlicher mit einem "blauen Auge" davon. Die Staatsanwaltschaft Mosbach (Neckar-Odenwald-Kreis) wird auch nach genauerer Prüfung kein Ermittlungsverfahren gegen den 15-Jährigen einleiten. Das teilte Pressesprecher Thorsten Zetsche auf SWR-Anfrage mit.

Polizei räumte die Schule

Der Jugendliche soll Mitte November in der Schule Drohungen gegen Schülerinnen und Schüler sowie Lehrkräfte ausgesprochen haben. Danach habe er das Gebäude verlassen. Weil seine Äußerungen als "Drohung gegen das Leben" eingestuft wurden, gab es einen Großeinsatz. Die Polizei räumte und umstellte die Schule. Laut Innenministerium Baden-Württemberg waren bei dem Einsatz Kosten von rund 26.000 Euro entstanden.

Schriftliche Akte ausgewertet

Bereits kurz nach dem Vorfall hatte die Staatsanwaltschaft von einem Ermittlungsverfahren abgesehen. Auch jetzt, nach Auswertung der schriftlichen Akte, hätten sich keine neuen Anhaltspunkte ergeben. Die Äußerungen, die der Jugendliche in der Schule gemacht haben soll, seien strafrechtlich nicht relevant und "reichen nicht aus für ein Ermittlungsverfahren".

Bei der Androhung von Straftaten können Erwachsene zu bis zu drei Jahren Haft oder einer Geldstrafe verurteilt werden. Für Jugendliche fallen die Strafen in der Regel geringer aus.

Immer wieder "Swatting-Fälle"

Immer wieder mussten in der Vergangenheit Einsatzkräfte in der Region Heilbronn-Franken wegen Drohungen ausrücken. An der Helene-Lange-Realschule in Heilbronn kam es Ende November zu einem größeren Polizeieinsatz. Nach einer Bombendrohung wurde das Gebäude geräumt.

Die Polizei sprach von einem sogenannten "Swatting-Fall". Dabei gehe es vor allem darum, eine Gefahrensituation vorzutäuschen, um einen großen Polizeieinsatz auszulösen. Je nach Fall handelt es sich um Missbrauch von Notrufen oder das Vortäuschen einer Straftat. Das Strafmaß ist hoch. Täterinnen und Tätern drohen Geldstrafen bis hin zu Freiheitsstrafen.

Die Feuerwehr Heilbronn hat auf ihrer Facebook-Seite den Swatting-Fall an der Realschule scharf kritisiert. "So etwas ist nicht nur ziemlich dämlich, sondern auch eine Straftat...", heißt es in dem Post. Um falsche Drohungen abzusetzen, werden unterschiedliche Wege wie Telefon, E-Mails oder Briefe genutzt. Drohungen gegen Schulen oder spezielle Institutionen seien aber "eher die Ausnahme", so die Feuerwehr.

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