Aus 20 Meter Tiefe

Monatelange Vorarbeiten starten: In Heilbronn sollen zehn Weltkriegsbomben geborgen werden

In Heilbronn-Böckingen liegen zehn Weltkriegsbomben ohne Zünder tief vergraben in der Erde. Sie alle sollen im August geborgen werden. Dazu starten nun die Vorarbeiten.

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Von Autor/in Alice Robra

In einem früheren Kiesgrubengebiet in Heilbronn-Böckingen wird die Bergung von zehn deutschen Fliegerbomben aus dem Zweiten Weltkrieg vorbereitet. Die Bomben liegen rund 20 Meter tief vergraben und wurden nach Kriegsende offenbar ohne Zünder entsorgt. Der Kampfmittelbeseitigungsdienst hat die Bergung für August angesetzt - doch die Vorbereitungen laufen bereits jetzt an. Das teilte die Stadt mit.

Aufwendige Vorarbeiten aber wohl keine Evakuierung

Die Bomben befinden sich in einem Bereich zwischen Gewerbe- und Wohngebiet. Um sie sicher zu bergen, wird aktuell ein rund 26 Meter breiter und 20 Meter tiefer Bergungsschacht ausgehoben. Dabei stoßen die Arbeiter nicht nur auf Erde, sondern auch auf Schutt und Müll, der nach dem Krieg zur Verfüllung verwendet wurde. Dieser muss zunächst aufwendig entsorgt werden, bevor die eigentliche Bergung beginnen kann.

Da die Bomben keinen Zünder mehr haben, besteht laut Stadt keine unmittelbare Gefahr. Eine Evakuierung ist nicht nötig, auch weil die umliegenden Wohngebiete weit genug entfernt sind. Allerdings wird es durch den Einsatz schwerer Maschinen und zahlreicher Lkw zu Verkehrsbehinderungen im nahe gelegenen Gewerbegebiet kommen.

Weltkriegsbomben in Heilbronn: Entdeckung durch Zeitzeugenberichte

Schon vor Jahrzehnten hatten Zeitzeugen die Stadt darauf hingewiesen, dass in der Kiesgrube Bomben vergraben wurden. Doch wegen der fehlenden Zünder galt die Lage als wenig dringlich. Erst 2023 wurde über ein halbes Jahr lang der genaue Standort der Bomben durch Sondierungsbohrungen bestimmt.

In 18 Meter Tiefe wird in Heilbronn-Böckingen nach Bomben gesucht.
Sondierungsbohrungen im Jahr 2023 in Heilbronn-Böckingen in 18 Meter Tiefe.

Was passiert mit den Weltkriegsbomben?

Nach der Bergung werden die Bomben zunächst zur Dienststelle des Kampfmittelbeseitigungsdienstes in Stuttgart transportiert. Dort erfolgt eine genaue Sichtung und Einlagerung. Ralf Vendel, Experte des Dienstes, erklärt, wie es danach weitergeht:

Die [Bomben] werden hier eingelagert, gesichtet noch mal und dann zu einem späteren Zeitpunkt zu einer thermischen Vernichtungsanlage zugeführt. Die werden zersägt und dann in einem Hochofen thermisch vernichtet.

Warum werden die Bomben in Heilbronn jetzt geborgen?

Die Entscheidung, die Bomben aus der ehemaligen Kiesgrube zu entfernen, hat auch mit der möglichen Gefährdung des Grundwassers zu tun. Über Jahrzehnte hinweg gab es dort Grundwassermessstellen, die eine Belastung durch die Bomben verhindern sollten. Mit der geplanten Entfernung der Altlasten soll die Gefahr nun vollständig beseitigt werden. Auch der Kampfmittelbeseitigungsdienst empfiehlt die Räumung.

Bis zum Jahresende soll der Schacht wieder mit Erde aufgefüllt und das Gelände gesichert sein. Die Stadt betont, dass dies eines der letzten großen Projekte zur Altlastenbeseitigung im Stadtgebiet sei.

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