Der Heimweg nach den Feierlichkeiten in den Mai endete für den Bürgermeister von Werbach (Main-Tauber-Kreis), Georg Wyrwoll (CDU), im Krankenhaus. In einem persönlichen Post auf Facebook und Instagram schildert der 52-Jährige den Angriff am frühen Morgen des 1. Mai: Er habe beobachtet, "wie eine Person eine andere, deutlich kleinere, gegen ein Garagentor drückte und aggressiv bedrängte." Als er helfen wollte, habe ihm der Angreifer selbst "unvermittelt mit der Faust ins Gesicht" geschlagen. Die Polizei bestätigte den Vorfall und ermittelt.
Angriff nach Zivilcourage: Bürgermeister muss ins Krankenhaus
Der Abend des 30. April habe "schön begonnen", schreibt Wyrwoll in seinem Post, mit "fröhlichen Menschen", die unter anderem in den Ortsteilen Werbachhausen und Wenkheim gemeinsam den "Tanz in den Mai" feierten. Doch auf dem Heimweg im Ortsteil Gamburg nahm die Nacht eine ungeahnte Wendung, wie es heißt. Wyrwoll soll demnach krankenhausreif geschlagen worden sein. In seinem Post heißt es: "Meine Brille flog weg. Er stieß mich zu Boden und schlug und trat auch dort weiter auf mich ein, Kopf, Hinterkopf, Rippen."
Der Angreifer habe Wyrwoll wohl als Bürgermeister erkannt und ihn aufgefordert zu gehen. "Weiterzugehen wäre der bequemere Weg gewesen", schreibt er weiter. Doch den habe er nicht gewählt. Erst spät, so Wyrwoll, hätten Umstehende eingegriffen und den Mann weggezogen. Er selbst habe den Notruf gewählt, sagte er dem SWR.
Meine Brille flog weg. Er stieß mich zu Boden und schlug und trat auch dort weiter auf mich ein, Kopf, Hinterkopf, Rippen.
Polizei ermittelt, Täter offenbar bekannt
Der Bürgermeister erlitt nach eigenen Angaben Prellungen, Hämatome und ein Knall-Trauma auf dem linken Ohr. Polizei und Rettungskräfte seien schnell vor Ort gewesen. Wyrwoll wurde nach eigenen Angaben im Krankenhaus untersucht und versorgt. Er hatte "Glück im Unglück", sagte er dem SWR. Er wolle "weder Opfer sein, noch Held".
Wyrwoll hat Anzeige erstattet. Nach ersten Erkenntnissen sei der Angreifer "polizeibekannt". Es soll sich laut Polizei um einen 25-jährigen Mann handeln. Er stamme nicht aus dem Gemeindegebiet, so Wyrwoll. Wie Staatsantschwaltschaft und Polizei am Montag mitteilten, wurde der 25-Jährige wieder auf freien Fuß gesetzt. Die Kriminalpolizei ermittelt. Zeugen sollen sich beim Polizeirevier Tauberbischofsheim (Main-Tauber-Kreis) melden.