Am Montagnachmittag haben der Kreistag und der Gemeinderat Heilbronn entschieden: Der SLK-Standort in Löwenstein (Kreis Heilbronn) hat keine Zukunft. Der Weiterbetrieb galt schon im Vorfeld für Aufsichtsrat und Geschäftsführung als kaum noch realistisch. Die Stadt Löwenstein kämpfte bis zuletzt trotzdem um den Erhalt. Sowohl die Stadt Heilbronn als auch Landkreis Heilbronn sind jeweils zur Hälfte Gesellschafter der SLK-Kliniken.
Betrieb nicht mehr wirtschaftlich: Neubau bekommt Zuschuss
Zunächst war es den SLK-Kliniken wichtig, zu betonen: Es gehe nicht um das Aus der Lungenfachklinik. Nur der Standort werde geschlossen. Die medizinischen Angebote sollen nach Heilbronn und Bad Friedrichshall (ebenfalls Kreis Heilbronn) umziehen.
Der Betrieb des Standorts in Löwenstein sei teuer. Dazu müsste er kostspielig saniert werden. Doch nur dank Sonderzahlungen des Landes hätten die SLK-Kliniken zuletzt schwarze Zahlen geschrieben, erklärt Georg Schmidt, Geschäftsführer des Klinikverbundes. Ohne die wären sie ins Minus gerutscht.
Darüber hinaus warb Landrat Norbert Heuser (parteilos) - auch aus finanziellen Gründen - dafür, Doppelstrukturen abzubauen. Zwar müsste für die Verlagerung ein Neubau her. Der würde allerdings von Bund und Land bezuschusst - eine Sanierung in Löwenstein müssten die SLK-Kliniken selbst tragen.
Krankenhausgesellschaft befürwortet Verlagerung des medizinischen Angebots
Bei solchen Entscheidungen müsse man Wirtschaftlichkeit gemeinsam mit der medizinischen Qualität und der flächendeckenden Versorgung betrachten, heißt es von der Baden-Württembergischen Krankenhausgesellschaft (BWKG) auf SWR-Anfrage. Das sei im Falle der Löwensteiner Klinik der Fall - und sinnvoll. Daher befürwortet die BWKG die Pläne, die Leistungen aus Löwenstein andernorts unterzubringen.
Bürgermeister blickt "mit Sorge" in die Zukunft
Auf der anderen Seite steht vor allem die Stadt Löwenstein. Für die fällt damit der größte Arbeitgeber weg. Bürgermeister Harald Koppenhöfer (Freie Wählervereinigung) hat die Entscheidung mit großem Bedauern zur Kenntnis genommen. In einem Schreiben an den SWR heißt es:
Mit der heutigen Entscheidung zur Schließung der Klinik Löwenstein endet ein bedeutendes Kapitel der Gesundheitsversorgung und wirtschaftlichen Stabilität unserer Region.
Die Stadt blicke mit Sorge auf die langfristigen Folgen. Als größter Arbeitgeber vor Ort habe die Klinik große Bedeutung für die medizinische Versorgung, die Kaufkraft und die Attraktivität des ländlichen Raums, heißt es.
Gleichzeitig kündigte Koppenhöfer an, sich für schnelle und tragfähige Nachfolgelösungen einzusetzen. Die Stadt werde alle konstruktiven Initiativen unterstützen, die neue Perspektiven für das Klinikgelände schaffen.
SLK-Kliniken bezeichnen KI-Studie als "verantwortungslos und reißerisch" Hunderte demonstrieren in Löwenstein: Widerstand gegen Schließung der Lungenfachklinik
In Löwenstein haben hunderte Menschen gegen eine geplante Schließung der Lungenfachklinik protestiert. Der Klinikbetreiber kritisiert die Stadt scharf für eine KI-Studie.
Betroffen sind aber nicht nur die Patientinnen und Patienten, auch die rund 500 Angestellten hat das mögliche Aus der Klinik in den vergangenen Wochen und Monaten umgetrieben. Ein Großteil soll laut SLK-Kliniken aber an den Standorten in Heilbronn und Bad Friedrichshall weiterarbeiten können.
Kreistag und Gemeinderat entscheiden sich beide mit Mehrheit für Schließung
Im Kreistag Heilbronn wurde der Beschluss mit großer Mehrheit angenommen. Außer der AfD und der Linken stimmten alle übrigen Fraktionen für die Schließung des Standorts und damit für die Verlagerung nach Heilbronn beziehungsweise Bad Friedrichshall. Ähnlich sah es dann auch im Gemeinderat aus. Auch hier sprach sich die Mehrheit für die Verlegung des Standortes aus. Gegenstimmen gab es auch hier von der AfD und der Linken - außerdem von Die Partei.