Die Wahl markiert das Ende einer langen Hängepartie in Löwenstein (Kreis Heilbronn): Nach etlichen Querelen um die beiden Alt-Bürgermeister Eberhard Birk (parteilos) und Klaus Schifferer (parteilos) steht nun Harald Koppenhöfer (Freie Wählervereinigung Löwenstein) an der Spitze im Rathaus. Der bisherige Stellvertreter wurde am Sonntag mit 75,3 Prozent der Stimmen klar zum neuen neuen Stadtoberhaupt gewählt. "Ich bin froh und glücklich darüber und finde, das ist ein ganz gutes Ergebnis geworden", sagte er am Morgen nach der Wahl im SWR-Interview.
Sein einziger Gegenkandidat Frank Menzel kam auf 23,3 Prozent. Die Wahlbeteiligung lag bei 49,4 Prozent.
Neuer Bürgermeister: Klarer Wahlsieg nach schwierigen Monaten
Harald Koppenhöfer hatte die Amtsgeschäfte der Stadt bereits seit Monaten kommissarisch geführt. Denn erst 2024 hatte Eberhard Birk die Bürgermeisterwahl in Löwenstein gewonnen. Doch seine Amtszeit blieb kurz: Aus gesundheitlichen Gründen bat er um Entlassung. Zugleich war seine Amtsführung zunehmend in die Kritik geraten - unter anderem weil es keinen verabschiedeten Haushaltsplan für das Jahr 2025 gab.
Schon zuvor hatte es im Löwensteiner Rathaus Unruhe gegeben. Birks Vorgänger Klaus Schifferer war wegen Vorteilsannahme verurteilt worden. Laut Gericht hat er über ein Jahr lang ein Leasing-Auto genutzt, für welches ein Bauunternehmer aus Obersulm (Kreis Heilbronn) die Leasingraten bezahlt hatte.
Harald Koppenhöfer möchte nach eigenen Angaben jetzt vor allem "Konstanz und Kontinuität" ins Rathaus bringen. Auch viele Löwensteinerinnen und Löwensteiner dürften auf Stabilität hoffen. Doch die Realität könnte komplizierter werden: Denn Koppenhöfers erste Bewährungsprobe dürfte vermutlich gleich die geplante Schließung des SLK-Standorts in Löwenstein sein.
Ver.di befürchtet Verlust von Arbeitsplätzen Schock für 500 Beschäftigte: SLK-Klinik Löwenstein steht nach 70 Jahren vor dem Aus
Die SLK-Klinik in Löwenstein steht vor einer möglichen Schließung. Es seien weitreichende Umstrukturierungen geplant, vor allem aus medizinischen und wirtschaftlichen Gründen.
"Vorzeichen nicht prickelnd": SLK-Klinik Löwenstein vor dem Aus
Die Lungenfachklinik ist seit fast 70 Jahren ein fester Bestandteil der medizinischen Versorgung in den Löwensteiner Bergen. Doch steigende Kosten, hoher Investitionsbedarf und neue gesetzliche Vorgaben - insbesondere durch das Krankenhausreformgesetz - setzen den Standort unter Druck. Intern gilt ein Weiterbetrieb inzwischen als kaum realistisch.
Da ist natürlich ein ganz hartes und dickes Brett zu bohren, ganz klar. Die Vorzeichen sind nicht wirklich prickelnd.
Koppenhöfer wolle auf jeden Fall Position beziehen und versuchen, den Standort aufrecht zu erhalten, sagte er: "Die Flinte zu früh ins Korn zu werfen, ist nicht der richtige Weg". Die SLK-Klinik sei wichtig für Löwenstein, sagte der neue Bürgermeister. Dennoch sehe er es auch realistisch. Vielleicht, so Koppenhöfer, müsse man den Gedanken zulassen, dass an diesem Standort etwas Alternatives seinen Platz findet. Was genau, lies er offen.
Widerstand wächst - Petition für den Erhalt der Klinik
Gegen die Schließungspläne formiert sich aktuell breiter Protest. Über 12.500 Menschen haben bereits eine Petition für den Erhalt der Klinik unterschrieben. Viele von ihnen sind ehemalige Patientinnen und Patienten, die die schnelle Erreichbarkeit der Einrichtung als lebenswichtig beschreiben.
Auch die Gewerkschaft ver.di schlägt Alarm. Der Schock unter den Beschäftigten sei groß, sagte eine Sprecherin. Sie befürchtet, dass viele der 500 Arbeitsplätze auf der Strecke bleiben werden. Geplant sei, die Beschäftigten auf die SLK-Standorte Gesundbrunnen in Heilbronn und Plattenwald in Bad Friedrichshall (Kreis Heilbronn) zu verteilen.
Entscheidung steht noch aus
Ob die Klinik tatsächlich geschlossen wird, ist noch nicht endgültig entschieden. Der Kreistag des Landkreises Heilbronn und der Gemeinderat der Stadt Heilbronn müssen den Plänen zustimmen. Eine Entscheidung wird für den 27. Juli erwartet.