Den kleinen Einkauf schnell an der Selbstbedienungskasse (SB-Kasse) bezahlen: Das geht oft nur mit Karte und nicht mit Bargeld. Die Verbraucherzentralen warnen deshalb davor, dass es beim Einkaufen zunehmend Probleme mit Barzahlung geben könnte. In Geschäften und der Gastronomie sinke die Akzeptanz für Barzahlungen kontinuierlich, so die Verbraucherschützer. Gleichzeitig installieren Kaufland mit Sitz in Neckarsulm (Kreis Heilbronn) und Lidl mit Sitz in Bad Wimpfen (Kreis Heilbronn) immer mehr SB-Kassen.
SB-Kassen sollen Wartezeiten verkürzen
Auf SWR-Anfrage erklärte der Discounter Lidl, dass bis zum Frühjahr jede zweite Filiale in Deutschland mit SB-Kassen ausgestattet ist. So soll es für die Kundinnen und Kunden auf gleicher Fläche mehr Bezahlmöglichkeiten und gleichzeitig weniger Wartezeiten an den Kassen geben. Zudem betont das Unternehmen, dass es auch in Zukunft weiterhin Bedienkassen in den Filialen geben wird. Beim Bezahlen solle jeder selbst entscheiden, welches Kassensystem er nutzte.
Auch die Supermarktkette Kaufland möchte nach eigenen Aussagen den Kundinnen und Kunden die Möglichkeit geben, so zu bezahlen, wie es für sie am bequemsten ist. Deutschlandweit gibt es nach Unternehmensangaben über 270 Filialen mit Selbstbedienungskassen parallel zu den klassischen Kassen. Bei einem Großteil davon würde es auch eine Barzahlungsmöglichkeit geben. Bei jeder Neueröffnung oder größeren Modernisierung werden inzwischen SB-Kassen standardmäßig mitinstalliert.
Die Selbstbedienungskassen haben sich für viele Kundinnen und Kunden längst als beliebte Alternative etabliert, insbesondere bei kleineren Einkäufen.
SB-Kassen ersetzen keine Mitarbeiter
Kaufland betont außerdem, dass der persönliche Kontakt zu Kundinnen und Kunden wichtig sei. Deshalb würden SB-Kassen keinesfalls die Arbeitsplätze der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an den klassischen Kassen ersetzen. Auch Lidl erklärt, dass sich durch die Selbstbedienungskasse die Filialbesetzung nicht ändert. Diese Kassen würden den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern mehr Zeit für andere Tätigkeiten bringen.
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Verbraucherschützer mit Sorgen
Nach Angaben des Handelsforschungsinstituts EHI ist die Zahl der SB-Kassen im Handel von gut 16.000 im Jahr 2023 auf rund 39.000 im vergangenen Jahr angestiegen. Angesichts dieser Zahlen warnen die Verbraucherzentralen. Die Finanzexpertin des Bundesverbands, Dorothea Mohn, sagte: "Die Akzeptanz von Bargeld für Zahlungen im Handel, der Gastronomie und für öffentliche Verwaltungsleistungen sinkt kontinuierlich." Wenn Barzahlungen nicht mehr akzeptiert würden, drohe Kindern und Jugendlichen oder älteren Erwachsenen ein Ausschluss von gesellschaftlicher Teilhabe, so Mohn.
Zurzeit ist die Akzeptanz bei den Händlerinnen und Händlern aber weiter vorhanden. So war nach einer aktuellen Untersuchung der Deutschen Bundesbank bei 2.000 Testkäufen in Einzelhandel, Gastronomie und bei Dienstleistern in 98,7 Prozent der Fälle Barzahlung im ersten Anlauf möglich.