Wie die Staatsanwaltschaft auf SWR-Anfrage bestätigt, wird gegen eine Arztpraxis in Forchtenberg (Hohenlohekreis) wegen des Verdachts auf Betrug ermittelt. Am Dienstagvormittag wurden deshalb unter anderem auch die Praxisräume von der Polizei durchsucht. Der geschätzte Abrechnungsschaden könnte nach Angaben der Polizei bei mehreren Hunderttausend Euro liegen.
Zwei Durchsuchungen in Forchtenberg
Genauer geht es in dem Ermittlungsverfahren laut Staatsanwaltschaft um möglichen Computerbetrug. So könnten ärztliche Leistungen zwar abgerechnet, aber nie erbracht worden sein.
In dem Zusammenhang mit den Ermittlungen gab es dann am Dienstag gleich zwei Durchsuchungen. Zum einen in der Gemeinschaftspraxis und auch in einer Privatwohnung eines leitenden Arztes der Praxis. Dort wurden zahlreiche Abrechnungsunterlagen beschlagnahmt. Jetzt müssen die Spuren und Beweismittel ausgewertet werden. Das kann einige Zeit dauern.
Fälle von Abrechnungsbetrug eher selten
Die Leistungen der Arztpraxen werden bei der Kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg abgerechnet. Die äußerte sich auf SWR-Anfrage. Es passieren wohl häufig Fehler, aber eine Betrugsabsicht mit einer anschließenden Anzeige sei selten. Laut einem Sprecher ist das Abrechnungssystem aber sehr kompliziert. Deshalb sei auch das Risiko höher, dass Schwachstellen ausgenutzt werden.