Mit der Schließung des Mahle Werks und dem Ende des Leuchtturmprojekts Naturstromspeicher musste die Stadt Gaildorf (Kreis Schwäbisch Hall) 2024 zwei herbe Rückschläge hinnehmen. Um so mehr hat sich die Stadt für das neue Jahr vorgenommen. Nachdem im vergangenen Jahr das sanierte Freibad wiedereröffnet wurde, dürfen sich die Bürgerinnen und Bürger auf weitere Bauprojekte freuen. Dazu sind auch in diesem Jahr wieder einige größere Veranstaltungen geplant.
Trotz schwacher Finanzen hat die Stadt für mehrere Millionen Euro das Freibad saniert
Herausragend war 2024 die Neueröffnung des Freibads auf dem Gaildorfer Kieselberg, sagt Bürgermeister Frank Zimmermann (CDU) im Rückblick auf das vergangene Jahr. Das wurde drei Jahre lang und trotz klammer Stadtfinanzen für sechs Millionen Euro generalsaniert. Auch das neue Quartier im Ziegelrain wurde fertiggestellt. Auf den Wunsch von Anwohnerinnen und Anwohnern wurden auch einige Tempo 30 Zonen eingeführt.
Im Ausblick auf das neue Jahr ist Zimmermann zuversichtlich, was die Entwicklung der Stadt angeht. Zwei Lebensmittel-Vollsortimenter und ein Bau- und Gartenmarkt werden sich neu aufstellen. Dazu soll ein Kreisverkehr an der Bahnhofstraße die Verkehrssituation in der Stadt entlasten. Ebenso soll im Laufe des Jahres die Straßenmeisterei ihre neuen Gebäude beziehen. Für das Projekt waren ursprünglich fünf Millionen Euro veranschlagt.
Mehrere größere Veranstaltungen in der Stadt Gaildorf geplant
Ähnlich wie im vergangenen Jahr sollen durch Veranstaltungen wieder zehntausende Menschen in die Stadt gelockt werden. Im Februar werden zum Pferdemarkt rund 15.000 Menschen erwartet. Ähnlich viel Motocross-Fans werden es wohl im August beim ADAC MX Masters sein. Im vergangen Jahr waren Teilnehmer aus 23 Ländern am Start, darunter mit Max Nagel auch der beste deutsche Fahrer. Ebenfalls im August ist das "Junior-Ass-Turnier" mit hochklassigen Tennisspielerinnen und Tennisspielern.
300 Arbeitsplätze weniger in Gaildorf
Im Dezember wurden die Tore des Automobilzulieferers Mahle in Gaildorf endgültig zugemacht. Die Schließung des Werks wurde schon seit einigen Jahren angekündigt. Im März 2022 zählte der Betrieb noch rund 300 Mitarbeitende. Die Produktion von Stößel, Nockenwellen, Achsen und Hebeln sowie anderen Metallteilen, die in Otto– und Dieselmotoren eingesetzt werden, ist nun eingestellt.
Wasserbatterie gescheitert
Aus dem Naturstromspeicher, ein Vorzeigeprojekt, bei dem der Strom aus vier Windkraftanlagen in einer Wasserbatterie gespeichert werden sollte, wird nichts. Das bedauert Bürgermeister Frank Zimmermann natürlich. Die Windräder stehen, der Speichersee ist angelegt, aber der private Investor hat das Projekt 13 Jahre nach Baubeginn gestoppt. Der Pumpspeicher wird nicht zu Ende gebaut, weil er sich laut Investor nicht mehr rechnet.
Die Anlage wurde mit mehr als sieben Millionen Euro vom Bundesumweltministerium gefördert. Übrig bleiben der Stadt Gaildorf davon die Erträge aus der Windkraft und ein Naherholungsgebiet, also der Speichersee, das Unterbecken der Anlage am Kocher.