Heilbronn ist deutschlandweit die Stadt mit dem höchsten realen Einkommen. Das zeigt eine neue Auswertung des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW). Dabei wird nicht nur das Einkommen gezählt, sondern auch die Kaufkraft - also was man sich davon leisten kann. Und da liegt Heilbronn vorne: Mit rund 39.400 Euro pro Kopf im Jahr, wenn man die Preise vor Ort berücksichtigt. Ein Grund: Die Einkommen sind vergleichsweise hoch, die Lebenshaltungskosten aber nicht überdurchschnittlich. Doch es gibt noch einen Grund für den eindeutigen ersten Platz.
Verzerrung durch Milliardär Dieter Schwarz möglich
Im Jahr 2015 gab es schon ein Mal die gleiche Meldung mit Heilbronn an der Spitze des Rankings. Die Meldung machte bundesweit Schlagzeilen. Damals hatte des Rätsels Lösung einen Namen, nämlich Dieter Schwarz. Dieser Mann ist so reich, dass Statistiken seines Wohnorts wertlos sind, so hat im Jahr 2015 die Süddeutsche Zeitung getitelt. Und seitdem hat Dieter Schwarz sein Vermögen weiter vergrößert. Laut Magazin Forbes soll er etwa vier mal so viel Geld haben wie US-Präsident Donald Trump.
Eindeutig lässt sich jetzt auch wieder sagen: Auffällig ist, dass in Heilbronn Gewinne aus Gewerbebetrieben eine große Rolle spielen. Sie machen teilweise bis zur Hälfte der Einkommen aus - allerdings profitieren davon nur wenige Haushalte.
So schneiden der Hohenlohekreis, Schwäbisch Hall und der Main-Tauber-Kreis ab
In der Regel belegen die Landkreise die Spitzenplätze. Heilbronn ist eine der wenigen Städte, die das Ranking anführen. Denn oft sind die Einkommen in den Städten mager, aber die Lebenshaltungskosten hoch, heißt es in der Studie des IW. Das kommt vor allem durch die hohen Mieten. In Baden-Württemberg folgen hinter Heilbronn unter anderem Baden-Baden und der Landkreis Tuttlingen. Heilbronn-Franken liegt auf den vorderen Hälfte der 400 Plätze: Der Hohenlohekreis belegt Platz 103, der Main-Tauber-Kreis Platz 115, Schwäbisch Hall Platz 140 und der Landkreis Heilbronn Platz 142.
Baden-Württemberg ist unter den Bundesländern auf Platz drei, nach Bayern auf Platz eins und Schleswig-Holstein auf Platz zwei. Grundlage der Zahlen sind Daten aus dem Jahr 2023. Neuere liegen bisher nicht vor.