Klimafreundlichere Diesel-Alternative

HVO statt Diesel: Nur wenige Tankstellen in BW bieten zum Start den Kraftstoff an

Der Hersteller verspricht bis zu 90 Prozent weniger CO2-Emissionen als beim Diesel. Unter anderem in Öhringen kommt seit Mittwoch auch Kraftstoff aus Pflanzenöl aus der Zapfsäule.

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Ab sofort gibt es für Autos und Lkw eine klimafreundliche Alternative: Denn seit Mittwoch können Kundinnen und Kunden an einigen Tankstellen, etwa in Öhringen (Hohenlohekreis) und Weinsberg (Kreis Heilbronn), ihren Diesel auch mit HVO-Treibstoff (Hydrotreated Vegetable Oil) aus Pflanzenölen betanken. Derzeit hätten vor allem Speditionen Interesse an der klimafreundlicheren Alternative, sagt Roland Weissert vom Betreiber EDi Energie-Direkt Hohenlohe, der in Heilbronn-Franken mehrere Tankstellen betreibt.

Die [Speditionen] müssen für ihre Nachhaltigkeitsbilanz die Klima- , also die CO2-Bilanz verbessern. Es geht im Schwerverkehr eigentlich fast nichts an HVO vorbei.

HVO für viele moderne Dieselmotoren geeignet

Da HVO deutlich teurer ist, erwartet Weissert zum Verkaufsstart keine hohe Nachfrage von privaten Autobesitzern. Denn die Alternative ist zwischen 10 bis 20 Cent teurer als Diesel. Roland Weissert fordert daher Steuervorteile. Der HVO sei - wie auch der herkömmliche Diesel - mit dem vollen Steuersatz von 47 Cent belastet. Hinzu käme noch die Mehrwertsteuer. "Hier braucht es ein Entgegenkommen", so Weissert.

Da gebe es dann auch die Möglichkeit, das zu belohnen, wenn man Klimaschutz betreibt. Das muss sich im Geldbeutel der Steuerzahler bemerkbar machen.

HVO - zwar eine teurere Alternative, aber sie verspricht im Vergleich zum fossilen Diesel auch bis zu 90 Prozent weniger CO2. Der Kraftstoff ist international schon seit acht Jahren auf dem Markt, der Verkauf wurde durch den Bundesrat aber erst vor einigen Wochen zugelassen. HVO wird unter anderem aus gebrauchten Speiseölen und Reststoffen aus der Pflanzenölverarbeitung hergestellt.

Der Kraftstoff sei für viele moderne Dieselmotoren geeignet und ohne Anpassungen einsetzbar, sagen Hersteller und Betreiber. In der Bedienungsanleitung oder in der Tankklappe eines Autos kann nachgelesen werden, ob ein Motor HVO verträgt - HVO100 wird dort mit XTL gekennzeichnet. 

Da die Elektrifizierung des Schwerlastverkehrs derzeit nur langsam vorankomme, sei HVO fürs Erste eine schnelle und einfache Alternative, so Weissert.

Erstmals publiziert am
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Autor/in
SWR