Aus Hollywood-Filmen kennt man es: Autos explodieren, wenn sie brennen. Ganz so extrem ist es im wirklichen Leben nicht. Beziehungsweise nicht mehr. Denn inzwischen sind die Autotanks nicht mehr aus Blech, sondern aus Kunststoff. Lediglich der auslaufende, restliche Kraftstoff könnte noch brennen. Sollte ein in Flammen stehendes Auto allerdings nahe an Zapfsäulen stehen, droht die Gefahr, dass die Flammen übergreifen. Dann muss das Tankpersonal schnell handeln.
Brände an Tankstellen, wie am Mittwoch in Neckarsulm (Kreis Heilbronn), sind für die Feuerwehr ein erhebliches Risiko. Das sagt Jürgen Lobmüller von der Heilbronner Feuerwehr gegenüber dem SWR. Auf einem Tankstellengelände an der B27 in Neckarsulm hat ein Hybrid-Fahrzeug gebrannt. Die Feuerwehr war mit einem Großaufgebot vor Ort und konnte das Feuer deshalb schnell löschen. Das Fahrzeug brannte fast vollständig aus. Der Fahrer blieb unverletzt. Die Brandursache klärt derzeit ein Sachverständiger.
"Not-Aus-System" schützt vor Großbrand an Tankstellen
In solch einem Fall werden die Zapfsäulen mit einem sogenannten "Not-Aus-System" blockiert. Das bedeutet, es werden alle Pumpen abgeschaltet und es wird kein Kraftstoff mehr in die Zapfsäulen gepumpt, erklärt Lobmüller. Einzig ein Rest, der im Schlauch bleibt, könne theoretisch Feuer fangen. Daher droht nicht gleich ein Inferno oder Autos, die in die Luft fliegen, wie bei Hollywood-Filmen, so Lobmüller.
Feuerwehr-Großaufgebot bei Flammen an Tankstelle
Beim Alarmstichwort "Brand Tankstelle/Tankzug" rückt die Feuerwehr sofort mit großem Aufgebot an. In diesem Fall muss die drohende Gefahr von übergreifendem Feuer so schnell wie möglich unter Kontrolle gebracht werden. So wie beispielsweise beim Brand an der Neckarsulmer Tankstelle. Dort hatten die Flammen bereits Schaden am Dach angerichtet.
40 Einsatzkäfte in neun Feuerwehrfahrzeugen fuhren direkt zur Gefahrenstelle. Das Feuer war daher schnell unter Kontrolle. Dennoch gibt es auch nach dem Löschen der Flammen an solchen Unfallorten weitere Risiken zu beachten.
Wir konnten dank des guten Aufgebotes schlagkräftig handeln. Ein Inferno drohte hier zu keinem Zeitpunkt.
Mögliche Gefahr: Gesundheitsgefährdende Stoffe können austreten
Neben der unmittelbaren Gefahr durch Feuer und Explosion können oft auch gesundheitsgefährdende Stoffe freigesetzt werden. Die Benzindämpfe sind schwerer als Luft, breiten sich dadurch am Boden aus und können sich dort auch leichter entzünden. Zum Beispiel durch Benzin, das beim unvorsichtigen Betanken der Fahrzeuge auf den Boden tropft. Rauch und giftige Gase können die Atemwege angreifen. Deshalb ist auch nach dem Löschen des Feuers noch Vorsicht geboten.