Ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung soll die Dorfkäserei Geifertshofen retten. Vor etwa drei Wochen wurden in einer Charge des Weinbauernkäses Listerien gefunden. Käsesorten, die in demselben Reifekeller der Käserei aus dem Bühlerzeller Ortsteil (Kreis Schwäbisch Hall) lagen, wurden damals zurückgerufen. Ein großer Teil des Warenbestandes und des Umsatzes sei damals weggebrochen, sagt Vorständin Nadine Bühler dem SWR. Die Löhne der rund 30 Mitarbeitenden hätten nicht mehr bezahlt werden können. Deswegen habe die Dorfkäserei Insolvenz in Eigenverwaltung angemeldet.
Käse-Produktion soll wieder angekurbelt werden
Bei dem Eigenverwaltungsverwahren gibt es keinen Insolvenzverwalter, der Vorstand übernimmt stattdessen weiterhin das Geschäft. In den letzten Wochen sei der Käse aus den nicht befallenen Reifekellern verkauft worden. Die Käseproduktion am Standort in Bühlerzell-Geifertshofen laufe nach Angaben des Unternehmens wieder an, um die dortigen Käsekeller zu befüllen. Die Käserei verarbeitet demnach ausschließlich Heumilch von zwölf Bio-Heumilchbetrieben aus der Region. Die Milch sei zwischenzeitlich an andere Käsereien weiterverkauft. Die beiden Reifekeller, in denen Listerien nachgewiesen worden sind, müssten noch ausgeräumt und gereinigt werden.
Es ist natürlich die nächsten Wochen noch so, dass wir nicht alle Sorten liefern können.
Bereits zum zweiten Mal im Insolvenzverfahren
Bereits in 2014 hatte die Dorfkäserei Greifertshofen Insolvenz angemeldet. Die Käserei konnte damals unter Federführung von Insolvenzverwalter und Bäuerlicher Erzeugergemeinschaft Schwäbisch Hall (BESH) gerettet werden, indem sie in eine Aktiengesellschaft umstrukturiert wurde. Die Käserei hat nach eigenen Angaben 770 Aktionäre, die hauptsächlich aus dem Umkreis kommen, darunter auch die Stadt Schwäbisch Hall. Die Bäuerliche Erzeugergemeinschaft Schwäbisch Hall hat mit 24 Prozent die meisten Anteile.