Hitze und Trockenheit sorgen im Raum Heilbronn für verdorrte Wiesen und weniger Futter. Betroffen ist unter anderem der Demeter-Hof von Rainer Kubach in Langenbrettach (Kreis Heilbronn). In dem Heumilchbetrieb werden 80 Milchkühe gehalten.
30 bis 40 Prozent weniger Futter
Das Heu für die Tiere lagert auf dem Hof in Boxen in einer Trocknungshalle. Normalerweise wären diese im Sommer gut gefüllt. Doch inzwischen muss Kubach bereits auf Vorräte zurückgreifen, die eigentlich für den Winter gedacht sind. Der Landwirt beschreibt die Lage als zunehmend prekär. Denn mit jedem Tag ohne Regen sinkt die Sicherheit, die Tiere ausreichend versorgen zu können.
Das Hauptproblem ist, wir fangen jetzt schon an, teilweise den Winter-Vorrat zu verfüttern.
Das Problem betrifft nicht nur seinen Betrieb. Nach Angaben des Landesbauernverbands Baden-Württemberg steht den Landwirten aktuell 30 bis 40 Prozent weniger Futter zur Verfügung als sonst um diese Zeit. Auf den vertrockneten Wiesen wächst kaum neue Biomasse nach. Für Betriebe, die auf Gras und Heu angewiesen sind, fehlen damit wichtige Reserven für die kommenden Wochen.
Heumilchbetrieb ohne Ausweichmöglichkeiten
Kubach kann zudem nicht ohne Weiteres auf anderes Futter umsteigen. Sein Betrieb produziert Heumilch. Deshalb dürfen die Kühe weder Silage noch anderes Gärfutter bekommen. Die Milch liefert der Hof an die Dorfkäserei Geifertshofen in Bühlerzell (Hohenlohekreis). Diese benötigt Heumilch für spezielle Käsesorten.
Heu wegen Trockenheit zukaufen - aber zu welchem Preis?
Eine Möglichkeit wäre, Heu aus Regionen zu kaufen, in denen es zuletzt mehr geregnet hat, beispielsweise aus Norddeutschland oder dem Allgäu. Doch die Preise sind gestiegen. Für Rainer Kubach ist das deshalb nur eine Option, wenn er das Futter zu einem für ihn vertretbaren Preis bekommt.
Gleichzeitig macht die Hitze den Kühen zu schaffen. Sie geben nach Angaben des Landwirts derzeit rund fünf Prozent weniger Milch.
Wegen Futtermangel: Im schlimmsten Fall müssen Kühe zum Schlachter
Bleibt das Futter knapp, muss Kubach seinen Bestand möglicherweise verkleinern. Er rechnet damit, dann fünf bis zehn Tiere mit geringerer Milchleistung zum Schlachter zu bringen.
Damit es nicht so weit kommt, müsste es bald ausgiebig regnen. Der Landwirt hofft in den kommenden zwei Wochen auf zwei Regentage mit jeweils 50 Litern pro Quadratmeter. Dann könnten sich die Wiesen erholen. Bis wieder neues Heu gemacht werden könnte, würden anschließend allerdings noch vier bis sechs Wochen vergehen.