Seit fast 70 Jahren gehört die Klinik fest zur Gesundheitslandschaft in den Löwensteiner Bergen (Kreis Heilbronn). Nun könnte diese Zeit enden. Nach aktuellen Planungen wird eine Schließung des Standorts immer wahrscheinlicher. Das haben die SLK-Kliniken dem SWR auf Anfrage bestätigt. Besonders betroffen vom Aus der Lungenfachklinik sind die rund 500 Beschäftigten am Standort Löwenstein. Sie wurden am Montag über die Pläne informiert.
Ver.di: Arbeitsplätze werden womöglich auf der Strecke bleiben
"Der Schock unter den Beschäftigten ist groß", berichtet Katharina Kaupp von der Gewerkschaft ver.di Heilbronn-Neckar-Franken. Viele der Menschen arbeiten nicht nur in Löwenstein, sagt sie, sondern wohnen auch dort. Ver.di befürchtet, dass im Zuge der Zusammenlegung einige Arbeitsplätze verloren gehen könnten.
Wir wollen dafür kämpfen, dass bei der Zusammenlegung keine Mitarbeiter auf der Strecke bleiben.
Nach Angaben der SLK-Kliniken soll ein Großteil der Mitarbeitenden weiterbeschäftigt und künftig auf die SLK-Standorte Gesundbrunnen in Heilbronn und Plattenwald in Bad Friedrichshall (Kreis Heilbronn) verteilt werden. "Natürlich ist die Nachricht für die Mitarbeitenden in Löwenstein erstmal nicht erfreulich, aber wir wollen alle Arbeitsplätze in Pflege- und Ärzteschaft mitnehmen", sagte Mathias Burkhardt, Sprecher der SLK-Kliniken dem SWR.
"Nicht mehr tragfähig": Klinik-Aus offenbar empfohlen
Der Weiterbetrieb des Standorts Löwenstein gilt nach internen Bewertungen von Aufsichtsrat und Geschäftsführung als kaum noch realistisch. Ausschlaggebend sind gleich mehrere Faktoren: steigende wirtschaftliche Belastungen, ein hoher Investitionsbedarf sowie neue gesetzliche Rahmenbedingungen durch das Krankenhausversorgungsverbesserungsgesetz (KHVVG), das am 1. Januar 2025 in Kraft getreten ist.
Es brauche effizientere Strukturen und eine bessere Versorgung, heißt es. Geplant sei deshalb, bis spätestens 2029 die medizinischen Abteilungen aus Löwenstein in die beiden anderen SLK-Standorte Heilbronn und Bad Friedrichshall zu integrieren. So ist am Plattenwald dafür unter anderem ein Neubau mit bis zu 45 Betten geplant.
Hintergrund der Überlegungen ist dabei die sogenannte "Medizinstrategie 2030". Sie hat das Ziel, medizinische Leistungen zu bündeln und Doppelstrukturen abzubauen.
SLK-Klinik Löwenstein vor dem Aus: Entscheidung liegt bei Politik
Ob die Klinik tatsächlich geschlossen wird, entscheiden am Ende der Kreistag des Landkreises Heilbronn sowie der Gemeinderat der Stadt Heilbronn. Eine Entscheidung wird derzeit für den 27. Juli erwartet.
Als Aufsichtsratsvorsitzender der SLK-Kliniken ordnet Heilbronns Oberbürgermeister Harry Mergel (SPD) diesen Schritt als notwendig und frühzeitig für die "Weiterentwicklung der stationären Versorgung der SLK-Kliniken" ein, um den "Klinikverbund vorausschauend auf die Zukunft" auszurichten.
Damit werden wir dem Ziel gerecht, auch langfristig die bestmögliche medizinische Versorgung für die Menschen in der Region Heilbronn sicherzustellen.
Rettungswache bleibt in Löwenstein
Ein Sonderfall bleibt zunächst bestehen: Die zentrale Küche, die alle SLK-Standorte beliefert, soll nach aktuellem Stand weiterhin bis mindestens 2031 in Löwenstein betrieben werden. Auch die Rettungswache des Deutschen Roten Kreuzes (DRK), der ein Teil der Immobilie gehört, soll vorerst bleiben.