Kokain ist längst kein Randphänomen mehr - auch nicht in Heilbronn und der Region Heilbronn-Franken. Die Zahl der registrierten Kokain-Delikte hat sich in den vergangenen Jahren nahezu verdoppelt. Das bestätigte ein Sprecher des Heilbronner Polizeipräsidiums dem SWR.
Kokain wird alltäglicher, bleibt aber teuer
Zuerst hatte die "Heilbronner Stimme" berichtet. Waren es im Jahr 2020 noch knapp 90 Fälle, zählte das Polizeipräsidium Heilbronn vier Jahre später bereits 163 Delikte im Zusammenhang mit Kokain. Ein deutlicher Anstieg - und ein klares Signal, dass sich der Markt verändert habe. Polizeisprecher Frank Belz spricht von einer "hohen Verfügbarkeit" der Droge. Anders gesagt: Kokain ist einfacher zu bekommen als früher.
"Die Nachfrage nach Kokain ist ungebrochen hoch und erstreckt sich über verschiedene gesellschaftliche Schichten", sagte Belz. Laut Medienberichten kostet ein Gramm Kokain in Dealerkreisen rund 70 Euro.
Kokain gilt demnach inzwischen bundesweit als eine der am weitesten verbreiteten Drogen im Bereich der Rauschgiftkriminalität. Auch in Heilbronn spiegelt sich dieser Trend. Für Ermittlerinnen und Ermittler sei das eine Herausforderung, so Belz: Die Droge komme in großen Mengen nach Europa, wird über professionelle Netzwerke verteilt und landet am Ende auch in Städten wie Heilbronn.
Kokain-Delikte: Großer Drogenprozess startet in Heilbronn
Wie organisiert dieser Markt ist, zeigt ein Prozess, der am Dienstagvormittag am Heilbronner Landgericht begonnen hat. Angeklagt ist der mutmaßliche Kopf einer Rauschgiftbande. Ihm wird vorgeworfen, mit rund 255 Kilogramm Marihuana und 13 Kilogramm Kokain gehandelt zu haben.
Der 34-Jährige war zunächst im Ausland untergetaucht, wurde aber im Juni letzten Jahres bei der Einreise am Frankfurter Flughafen festgenommen. Die übrigen Mitglieder der Bande sind bereits zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt worden.