Die Feuerwehr hat am Dienstagabend einen Bauarbeiter geborgen, der auf einer Baustelle am Heilbronner Kraftwerk in 40 Metern Höhe von einer Leiter gefallen war. Er fiel drei Meter tief auf einen Stahlträger. Die Einsatzkräfte haben ihn unter anderem mit einer Vakuummatratze auf eine höhere Ebene transportiert. Dort konnte er mit einem Rettungskorb nach unten gebracht werden. Durch den Sturz wurde der Mann schwer verletzt.
Feuerwehr spricht von einer "spektakulären Menschenrettung"
Als die Heilbronner Feuerwehr vor Ort eintraf, stellte sie fest, dass die Absturzstelle zu hoch für die herkömmliche Drehleiter war. Außerdem war diese nach Angaben der Feuerwehr schwer erreichbar, da der Mann im inneren Bereich des Kraftwerkes auf einem Träger lag und sich wegen Verletzungen an der Wirbelsäule nicht mehr bewegen konnte. Der Mann durfte nur liegend und vollständig fixiert transportiert werden, so Jürgen Vogt von der Heilbronner Feuerwehr gegenüber dem SWR.
Das Problem war die Höhe von 40 Metern. Eine normale Drehleiter hat eine Leiterlänge von 30 Metern. Dann kam entweder die Möglichkeit über die Höhenrettungsgruppe, um die Person abzuseilen oder ein Feuerwehrkran mit einem Rettungskorb. Das hat dann funktioniert.
Durch die spezielle Situation, die von der Feuerwehr als "spektakulären Menschenrettung" beschrieben wurde, ist die Höhenrettung der Feuerwehr Stuttgart zusätzlich alarmiert worden. Sie hätte den Mann abseilen können. Die Heilbronner Einsatzkräfte wollten allerdings keine Zeit verlieren und entschieden sich für einen eigenen alternativen Rettungsversuch.
Mehrstündige Rettungsaktion der Feuerwehr
Mit einer Trage und einer Vakuummatratze mobilisierten sie den Verletzten und transportierten ihn zunächst auf eine höhere Ebene, die von außen besser erreichbar ist. Als die Spezialeinheit aus Stuttgart eintraf, bereiteten die lokalen Einsatzkräfte bereits einen Rettungskorb vor, der an einen Feuerwehrkran gehängt wurde. Ob dieser Rettungsversuch erfolgreich sein würde, war laut Vogt zunächst unklar.
Die Stuttgarter Kräfte unterstützten dann aktiv bei der Vorbereitung, arbeiteten parallel aber auch an einem zweiten Rettungsweg über eine Abseilstrecke. Damit hätten die Feuerwehren laut Vogt eine Alternative gehabt, wenn der erste Versuch fehlgeschlagen wäre.
Da die Rettung mit Kran und Rettungskorb auch dank der Unterstützung aus Stuttgart erfolgreich war, wurde die Abseilstrecke nicht mehr benötigt. Nach knapp zwei Stunden konnte der Mann geborgen und in ein Krankenhaus transportiert werden.