Betrüger sollen ein Ehepaar aus Heilbronn durch Anlagebetrug um mehr als 400.000 Euro gebracht haben. Das Paar soll etwa ein halbes Jahr lang über eine Online-Plattform Geld für angebliche Investitionen in Kryptowährungen überwiesen haben, teilte die Polizei am Montag mit. Die Täter sollen laut den Beamten im Internet mit dem Bild von TV-Moderator Günther Jauch geworben haben, ohne dessen Einverständnis.
TV-Star Günther Jauch auf Bild - Paar verliert 400.000 Euro
Im Februar stieß das Paar auf eine vermeintliche Werbeanzeige im Internet, bei der für Investitionen in Kryptowährungen geworben wurde. Prominent platziert war in der Anzeige ein Foto von Fernsehmoderator Günther Jauch. Der Promi wusste davon nichts. Zu dem Bild wurde mit einem Banner für die Geldanlage mit großem Gewinn geworben. Die beiden überwiesen zunächst einen geringen Betrag. Doch als ihnen steigende Gewinne versprochen wurden, sollen sie ihre Einzahlungen mehrfach erhöht haben. Zusätzlich forderten die unbekannten Täter weitere Summen für angebliche Steuern und Gebühren.
Nach rund einem halben Jahr war das gesamte Ersparte weg. Als die versprochenen Gewinne ausblieben, erstatteten die beiden Anfang August Anzeige bei der Polizei. Die Ermittlungsgruppe "Trading" der Kriminalpolizei Heilbronn ermittelt nun.
Wir haben immer die Hoffnung, dass auch solche Täter Fehler machen, um auf eine Spur zu kommen.
Auch die Staatsanwaltschaft Heilbronn ist bereits eingeschaltet, um die Bewegungen auf dem Konto der Opfer nachvollziehen zu können, in der Hoffnung damit an die Hintermänner zu kommen. Sobald es konkretere Anhaltspunkte gibt, werde die Staatsanwaltschaft weitere Schritte einleiten, wie beispielsweise einen internationalen Haftbefehl erlassen.
Anlagebetrug kein Einzelfall
Solche Anlagebetrüge sind in der Region Heilbronn-Franken keine Einzelfälle. Unter anderem zwischen Januar und März 2025 hat ein Mann aus dem Kreis Heilbronn rund eine Million Euro durch Überweisungen an Kryptobörsen sowie durch Bargeldübergaben an Kuriere verloren. Im April konnte die Polizei einen Tatverdächtigen im Kreis Heilbronn festnehmen.
Polizei mahnt zur Vorsicht bei Online-Investitionen - Verbraucherzentrale kann helfen
Die Polizei warnt vor verlockenden Gewinnversprechen im Internet. Warnsignale seien etwa unrealistisch hohe Renditen, ein fehlendes oder fehlerhaftes Impressum sowie Aufforderungen, Geld ins Ausland zu überweisen. Wer investieren möchte, sollte sich vorab bei der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) oder auf Verbraucherschutzportalen informieren.
Die Verbraucherzentrale unterstützt Ratsuchende, die unsicher sind, ob sie Opfer von Betrug geworden sind, mit einer raschen Ersteinschätzung. Oft empfiehlt sie dann auch Strafanzeige zu erstatten.
Cybertrading-Fraud oder Trading Scam Fiese Internet-Betrugsmasche mit angeblicher Promi-Werbung
Kriminelle bringen Privatanleger um Millionen. Angebliche todsichere Anlagetipps von Promis wie Helene Fischer, Markus Lanz, Til Schweiger oder Didi Hallervorden.
Auch Dating-Plattformen für Erstkontakt genutzt
Soziale Medien und auch Dating-Plattformen spielen eine entscheidende Rolle, um Opfer zu falschen Investitionen zu bewegen. Zunächst wird Vertrauen zu den Opfern aufgebaut, später sogar massiv Druck ausgeübt, bis die Opfer schließlich den Schwindel erkennen und der Kontakt abbricht.
Pro Woche sind das drei bis vier Opfer.
Fake-Trading: Anfragen und Beschwerden werden jedes Jahr mehr
Allein in diesem Jahr sind bei der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg bereits 144 Anfragen und Beschwerden über Fake-Trading-Plattformen eingegangen. Im gleichen Zeitraum im Vorjahr waren es 132.