Eigene Ideen und Sonderaktionen besonders wichtig

Heilbronn: Weniger Spenden bei Tafeln durch Künstliche Intelligenz

Die Nachfrage bei den Tafeln steigt, während die Menge an Spenden abnimmt - zum Teil aufgrund von KI. Die Tafeln müssen selbst kreativ werden und sind auf Aktionen angewiesen.

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Von Autor/in Ute Koboldt, Jan Arnecke

Immer mehr Menschen sind auf Tafeln angewiesen. Der Bedarf wird immer größer, die Spenden gehen aber zurück. Das liegt auch an Künstlicher Intelligenz (KI), die in Supermärkten eingesetzt wird und dazu führt, dass weniger weggeworfen werden muss. Die Tafeln, so Marco Schönberger, der auch die Tafel in Heilbronn leitet, müssten sich inzwischen selbst etwas einfallen lassen.

So erzählt Schönberger im Gespräch mit dem SWR, man habe schon mit Konfirmandinnen und Konfirmanden, Social Clubs, wie dem Lions-Club oder auch Schulklassen - natürlich nur in den Ferien - zusammengearbeitet. Die gehen nach Anmeldung in Supermärkte und bitten die Kunden darum "eins mehr" zu kaufen. Dieses "eins mehr" nehmen die Tafeln, die vor dem Supermarkt mit dem Lieferwagen warten, gleich mit.

Tafeln leiden: Bis zu 70 Prozent weniger aufgrund von KI

Oft bekommen die Tafeln auch überschüssige Artikel der Supermärkte, die von meist ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern am Abend abgeholt werden. Doch die KI lässt die Händler immer gezielter und effektiver einkaufen, so dass weniger für die Tafeln übrig bleibt. Leider vermiese die Künstliche Intelligenz den Ertrag bei Reis, Nudeln, Öl oder Süßigkeiten um bis zu 70 Prozent, so Schönberger weiter. Denn KI sorge dafür, dass die Supermärkte weniger Ware für Bedürftige übrig haben. Umso wichtiger seien Sonderaktionen.

Lidl und Künzelsau mit "Eins mehr"-Aktion, Spende von Würth für Tafeln

Eine solche Sonderaktion gibt es in dieser Woche Lidl mit Sitz in Bad Wimpfen (Kreis Heilbronn). Unter dem Motto "Kauf eins mehr" wird den Kundinnen und Kunden mit verbilligten Lebensmitteln ein Anreiz geschaffen, von jedem Artikel mehrere zu kaufen und einen Teil der Einkäufe in der Spendenbox zu lassen. Es kann alles gespendet werden, auch Hygieneartikel.

Die "Kauf eins mehr"-Aktion gibt es bei Lidl bereits seit 18 Jahren. Darüber freut sich auch Schönberger im SWR-Gespräch. Darüber hinaus können die Kunden von Lidl auch Pfand-Bons spenden. So kamen bereits 35 Millionen Euro für die Tafeln zusammen.

Unter demselben Motto "Kauf eins mehr" hatte die Stadt Künzelsau im letzten Jahr eine Aktion gestartet, um ihre örtliche Tafel zu unterstützen. Im April 2025 hatte die Stiftung Würth 300.000 Euro an die Tafeln in den Kreisen Hohenlohe, Main-Tauber und Schwäbisch Hall gespendet.

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Immer weniger Menschen sind in den Tafelladen in Crailsheim gekommen. Aber nicht, weil sie die Tafel nicht mehr bräuchten. Daher wird das Tafelmobil immer wichtiger.

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Ute Koboldt
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