Der Tafelladen in Landau kämpft mit zwei Problemen: Die Lebensmittelspenden werden weniger und die Warteliste für Betroffene wird länger. Im schlechtesten Fall müssen Menschen neun Monate lang warten, eher sie einen speziellen Ausweis bekommen, um im Tafelladen für kleines Geld einkaufen zu können.
"Wir würden den Kunden gerne mehr mitgeben", klagt Kerstin Baudisch, Leiterin der Tafel in Landau. Aber: "Es gibt Firmen, die werfen die Lebensmittel lieber weg, als sie zu spenden." Auch die Supermärkte hätten weniger übrig und spendeten weniger. 400 Haushalte versorgt die Landauer Tafel. Die Verantwortlichen würden noch gerne deutlich mehr Menschen kostengünstige Lebensmittel zur Verfügung stellen. Aber auch die Räume der Tafel seien viel zu klein. Es gebe kaum Lagerkapazitäten. Seit Jahren suche man daher nach größeren Räumen - bislang ohne Erfolg.
Genügend Lebensmittelspenden für die Tafel Ludwigshafen
Anders sieht es in Ludwigshafen aus. Die Tafel bekommt genügend Lebensmittelspenden. Jetzt im Sommer sei der Tafelladen besonders gut mit Obst und Gemüse ausgestattet. Dafür fahren ehrenamtliche Mitarbeiter der Tafel regelmäßig vierzig Lieferanten an, um frische Lebensmittel für die Kunden abzuholen. Wer sich jetzt als Kunde bei der Tafel registrieren lässt, kann ab Oktober einkaufen. "Die Wartezeit hält sich in Grenzen", findet Tafel-Vorsitzender Jürgen Hundemer.
3.000 Menschen versorgt die Ludwigshafener Tafel
3.000 Menschen versorgt die Ludwigshafener Tafel, darunter 1.000 Kinder. "Die Kinderarmut in Ludwigshafen ist groß", so Hundemer. Das Interesse an einem Tafelausweis sei daher auch in Ludwigshafen riesig. "Das Leben wird immer teurer. Die Preissteigerungen bringen viele Familien an den Rand ihrer finanziellen Möglichkeiten." Glücklich sei er über den enormen Helferkreis. Insgesamt 180 Ehrenamtliche kümmern sich an sechs Tagen in der Woche darum, bedürftigen Menschen sehr preiswerte Lebensmittel zur Verfügung zu stellen.
Lebensmittelknappheit auch bei der Tafel Speyer
An Helfern mangelt es auch nicht in Speyer. Hier sind 70 Ehrenamtliche engagiert, die an ihren festen "Tafel-Tagen" mithelfen und Lebensmittel ausgeben, erzählt Tafel-Leiterin Karin Maier. Die Speyerer Tafel wird vom Deutschen Roten Kreuz geführt. Schwierig sei es in Speyer, an frische Lebensmittel heranzukommen. "Die Supermärkte kaufen deutlich weniger ein, dementsprechend bleibt auch deutlich weniger übrig", so Karin Maier.
Konkurrenzsituation mit den Lebensmittelrettern
Zudem sei die Tafel in einer Konkurrenzsituation mit den Speyerer Lebensmittelrettern. Auch die klappern die Supermärkte ab, um übriggebliebene Lebensmittel einzusammeln und abzugeben. "Und irgendwie schaffen die es immer, ein bisschen schneller zu sein, als wir", bedauert die Tafel-Leiterin. 1.300 Menschen sind bei der Speyerer Tafel registriert. Doch trotz knapper werdender Lebensmittel könne der Tafelladen noch mehr Menschen aufnehmen - auch ohne Wartezeit.