Nach dem Tod eines 12-Jährigen auf einem Parkplatz in Niedernhall (Hohenlohekreis) hat sich der 18-jährige Autofahrer bisher nicht zu den Vorwürfen gegen ihn geäußert. "Der Beschuldigte hat im Rahmen der Haftvorführung von seinem ihm rechtlich zustehenden Schweigerecht Gebrauch gemacht und sich nicht zur Sache eingelassen", teilte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft Schwäbisch Hall der Deutschen Presse-Agentur (dpa) mit.
Gegen den Heranwachsenden war Haftbefehl wegen Totschlags erlassen worden. Die genauen Hintergründe sind weiter unklar. Die Eltern können gut eine Woche nach dem Vorfall jetzt auch Abschied nehmen. Der Leichnam des Jungen sei nun freigegeben worden, teilte die Staatsanwaltschaft weiter mit.
12-Jähriger von Autofahrer angefahren und gestorben: Große Betroffenheit in der Schule
Am Bildungszentrum Niedernhall herrscht Bestürzung: Schülerinnen und Schüler sowie Lehrkräfte trauern um ihren Mitschüler, der am vergangenen Donnerstagabend ums Leben gekommen war. Der Junge soll von einem 18-jährigen Autofahrer nach einem Streit auf einem Supermarktparkplatz möglicherweise gezielt angefahren worden sein.
Wie Schulleiter Jochen Scheufler dem SWR sagte, war der erste Schultag nach den Sommerferien stark von dem Tod des Jungen geprägt. Besonders die Klasse des verstorbenen Schülers stand im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit. Für die Schulgemeinschaft sei es wichtig, Orte und Möglichkeiten zum gemeinsamen Trauern zu schaffen.
Die Angebote zum Innehalten [...] und Erinnern, die wir den Schülerinnen und Schülern gemacht haben, wurden genutzt und waren nach unserer Wahrnehmung passend.
Um den Schülern Raum für ihre Gefühle zu geben, hat das Bildungszentrum Niedernhall verschiedene Angebote eingerichtet. Dazu gehören ein öffentlicher Trauerort mit einer "Klagemauer", an der Gedanken niedergeschrieben oder kleine Erinnerungsstücke abgelegt werden können. Außerdem gibt es einen "Raum der Stille", in den sich die Jugendlichen zurückziehen können.
Schüler mit eigenen Ideen zur Trauerbewältigung
Seelsorger und Schulsozialarbeiter stehen die ganze Woche über für Gespräche zur Verfügung, um zuzuhören und Gespräche zu ermöglichen, erklärte der Schulleiter. Und auch die schulpsychologische Beratungsstelle werde Angebote zur Krisennachsorge machen.
Schülerinnen und Schüler hätten darüber hinaus eigene Ideen und Wünsche geäußert, wie sie an ihren verstorbenen Mitschüler erinnern möchten. Aus Rücksicht auf die Kinder wolle man jedoch nicht im Detail darauf eingehen.
Gleichzeitig sei für viele Schülerinnen und Schüler der gewohnte Ablauf des Schuljahresbeginns wichtig gewesen, erklärte der Schulleiter. Man spüre den "Wunsch nach Halt und Sicherheit gebender Struktur". Einen besonderen Trauergottesdienst plant das Bildungszentrum nicht.