Keine Ausnahme - nach dem Tod des Bürgermeisters von Gerabronn (Kreis Schwäbisch Hall) müssen Neuwahlen in der gesetzlichen Frist stattfinden. "Das ist für mich pietätlos und schmerzt mich persönlich sehr", sagte die stellvertretende Bürgermeisterin Heidegret Mayer, im SWR-Interview. Sie hatte nach dem Unfalltod von Bürgermeister Christian Mauch (parteilos) die Verlängerung der gesetzlichen Frist für Neuwahlen beantragt. Das Landratsamt Schwäbisch Hall teilt nun mit: Das sei aus "rechtlichen Gründen leider nicht möglich".
Schnelle Neuwahl in Gerabronn: Landratsamt lehnt Fristverlängerung ab
In einem schriftlichen Statement der Behörde an den SWR heißt es: "Das Wahlrecht erlaubt eine Fristverlängerung [...] nur in Fällen von Naturkatastrophen, aus Gründen des Infektionsschutzes und ähnlichen außergewöhnlichen Notsituationen."
Der Gemeinderat müsse die Absage akzeptieren, sagte Mayer, "auch wenn wir dachten, das fällt unter den Ausnahmetatbestand". Nun stünde man in Gerabronn nicht nur vor einem kaum zu bewältigenden verwaltungstechnischem Aufwand. Die Entscheidung trifft das Rathaus vor allem mitten in der Trauerzeit, kritisiert die stellvertretende Bürgermeisterin: "Gestern fand die Beerdigung statt, morgen ist die Trauerfeier und dazwischen müssen wir die Stellenausschreibung veröffentlichen. Das ist für mich pietätlos."
Mayer: "Kaum Zeit, geeigneten Kandidaten zu suchen"
Die Entscheidung sorgt im Gemeinderat für Unmut. Mayer berichtet von "wütenden und erbosten Stadträten". Dennoch bliebe der Stadt Gerabronn nichts anders übrig, als nach vorne zu blicken und - wie gesetzlich vorgeschrieben - innerhalb von drei Monaten einen Nachfolger oder eine Nachfolgerin ins Rathaus wählen. Am 10. März wird der Gemeinderat in einer außerordentlichen Sitzung alle wichtigen Termine festlegen - von Bewerbungsfristen bis hin zum Wahltermin.
Mayer betont, dass der enge Zeitplan die Suche nach geeigneten Kandidaten erschwert: "Normalerweise gibt es in den Fraktionen Vorgespräche mit potentiellen Bewerbern, um die Stelle optimal zu besetzen." Jetzt bleibe kaum Zeit dafür.
Tödlicher Unfall: Bürgermeister prallte gegen Baum
Der Gerabronner Bürgermeister Christian Mauch war in der Nacht auf Mittwoch, 18. Februar 2026, bei einem schweren Verkehrsunfall ums Leben gekommen. Nach Angaben der Polizei kam sein Fahrzeug von der Fahrbahn ab, prallte gegen einen Baum und rutschte anschließend rund 35 Meter einen Hang hinunter. Für den 2017 ins Amt gewählten Rathauschef kam jede Hilfe zu spät. Der 40-Jährige starb noch am Unfallort.
Am Samstag gibt es in Gerabronn eine öffentliche Trauerfeier für den verstorbenen Bürgermeister.