Opferanwältin: "Ein Drama vor unserer Haustür"

Fassungslosigkeit in Künzelsau nach Entführung von Ex-Freundin

Eine mutmaßliche Entführung und Misshandlung einer Frau mitten in Künzelsau sorgt vor Ort für Entsetzen. Eine Opferanwältin warnt vor Gewalt, die nicht nur in Großstädten vorkommt.

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Stand

Ein blutendes Opfer, das mitten durch die Innenstadt gezerrt wird - die mutmaßliche Entführung und Misshandlung einer 39-jährigen Frau durch ihren Ex-Partner hat die Menschen in Künzelsau (Hohenlohekreis) tief erschüttert. Viele reagieren fassungslos auf die brutale Tat, die sich am Sonntagabend mitten in der Stadt abgespielt haben soll. Rege Diskussionen gibt es sowohl vor Ort, als auch in den Sozialen Netzwerken.

Ein Zeuge hatte laut Polizei beobachtet, wie die Frau nur mit einem Slip bekleidet und schwer verletzt durch die Innenstadt geschleift wurde. Erst zwei Tage später konnte sich das Opfer selbst befreien. Der 28-jährige Tatverdächtige sitzt inzwischen in U-Haft. Die Ermittlungen laufen auf Hochtouren, doch die Polizei bittet weiterhin dringend um Hinweise von Zeugen, die das Paar im Stadtgebiet gesehen haben.

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Schockierte Reaktionen in Sozialen Netzwerken

Die Tat in Künzelsau macht die Menschen auch Tage später noch fassungslos. In den Sozialen Netzwerken gibt es rege Diskussionen: "Sie wurde durch die Innenstadt gezogen und kein Mensch hat was gemacht?? Ok wow. Ich hab beim Lesen geweint", heißt es in einem Post. Viele drücken ihr Mitgefühl aus. Eine Userin schreibt auf Instagram: "Ich bin sehr froh, dass die Frau sich befreien konnte!"

Social-Media-Beitrag auf Instagram von swraktuell

Künzelsauer Opferanwältin: "Ein Drama vor unserer Haustür"

Verena Löhlein-Ehrler, Rechtsanwältin aus Künzelsau, die immer wieder Opfer vertritt, zeigt sich berührt: Eine solche Tat macht deutlich, dass Gewaltverbrechen dieser Art nicht auf Großstädte beschränkt sind. Der Fachanwältin für Familienrecht und Beirätin im Künzelsauer Frauenhaus geht das mutmaßliche Gewaltdelikt in ihrer Heimatstadt nahe: "Das ist wieder mal ein Drama, das bei uns vor der Haustür stattfindet", betont sie. Fälle wie dieser führten schmerzlich vor Augen, dass auch ländliche Regionen keineswegs von schwerer häuslicher Gewalt verschont bleiben.

Man muss sich davon verabschieden, dass man denkt, auf dem Land gebe es sowas nicht.

Es sei unvorstellbar, was ein Opfer in einer solchen Situation durchmachen muss. Umso wichtiger sei es jetzt, dass professionelle Hilfsangebote schnell und umfassend greifen. Ihrer Erfahrung nach gebe es inzwischen nicht mehr Fälle von häuslicher Gewalt gegen Frauen, sagt Löhnlein-Ehrler, aber die Fälle seien drastischer geworden.

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SWR