Steffen hat einen festen Arbeitsplatz im Heilbronner Mitmachmuseum Experimenta - und das mit Down-Syndrom. Dort unterstützt er Kinder bei Kursen und ist Teil eines inklusiven Teams. Der 39-Jährige arbeitet seit Anfang des Jahres im sogenannten ersten Arbeitsmarkt. Das ist für viele Menschen mit Trisomie 21 (Down-Syndrom) ein großer Schritt.
Vom Werkstattjob in den neuen Alltag
Zuvor war Steffen 20 Jahre lang in der Schreinerei in der LebensWerkstatt tätig, einem diakonischen Sozialunternehmen der Behindertenhilfe Heilbronn. Der Wechsel begann mit einem Praktikum. Heute hilft er in der Experimenta bei rund 20 verschiedenen Kursen.
Steffen bereitet Materialien vor und unterstützt die Kinder direkt im Kurs. Dafür muss er genau wissen, wie alles funktioniert. Kursleiterin Melanie Gembus sagt, anfangs seien manche Kinder zurückhaltend. "Aber das legt sich schnell. Steffen geht offen und herzlich auf sie zu."
Stärken im Umgang mit Menschen
Neben den Kursen führt Steffen auch Besucherbefragungen durch. Dabei zeigt sich eine seiner größten Stärken: der Umgang mit Menschen.
Steffen bringt bei uns seine Stärken ein. Vor allem den offenen Kontakt zu anderen.
Menschen mit Down-Syndrom leben oft stärker im Moment. Planung und Zeitmanagement können schwieriger sein. Dafür bringen sie häufig viel Offenheit und Herzlichkeit mit.
Der Weg in den ersten Arbeitsmarkt
Steffens Job ist nicht selbstverständlich. In Heilbronn arbeiten rund 200 Menschen mit geistiger Behinderung in der LebensWerkstatt. Etwa 60 von ihnen haben einen Arbeitsplatz außerhalb der Werkstatt. "Es muss für beide Seiten passen", sagt Friedemann Manz von der LebensWerkstatt.
Unternehmen müssten bereit sein, sich auf besondere Bedürfnisse einzustellen. Gleichzeitig profitieren auch Betriebe. Menschen mit Behinderung bringen neue Perspektiven ins Team und stärken das Miteinander, so Manz.
Nicht jeder Weg verläuft so erfolgreich wie bei Steffen. Viele Menschen bleiben in Werkstätten. Friedemann Manz erklärt: "Viele erleben den Arbeitsalltag draußen als zu stressig."
Ein Leben mit eigenen Zielen
Steffen lebt allein, bekommt aber Hilfe im Alltag. Mit Zahlen und Zeitplanung hat er Schwierigkeiten. Trotzdem gestaltet er sein Leben selbst. Nach Feierabend geht er regelmäßig ins Fitnessstudio. Sein Ziel: stärker werden.
Seine Geschichte zeigt: Inklusion kann gelingen - wenn alle Seiten mitmachen.